Archiv der Kategorie: Elektroauto

Ist das Tesla Supercharger Netz noch das beste?

Tesla Supercharger am Brenner

Als ich Oktober 2017 mein Tesla bestellt habe, war die einzige Möglichkeit auf Langstrecke ohne große Planung ein Elektroauto zu bewegen das Tesla Supercharger Netz. Ich habe damals noch nie erlebt, dass die Supercharger voll waren und nur ein einziges mal war eine Ladesäule (Stall) defekt. Kurz umparken und man hat eine lauffähige Säule.

Nachdem ich im März 2018 meinen Tesla geliefert bekommen habe, bin ich nach Italien gefahren und das hat komplett ohne Planung geklappt. In Italien habe ich damals probiert an einer Ladesäule zu laden. Alles nur auf Italienisch – nach 10 Minuten mit Google Translate habe ich aufgegeben. Zuhause hat man mir gesagt, dass ich es auch nicht geschafft hätte. Um die freizuschalten, hätte ich eine Enel Ladekarte aus Italien beantragen müssen. Das hat so gut geklappt, dass ich in dem Jahr nochmal nach Italien gefahren bin und das Jahr drauf nach Kroatien und nochmal nach Italien.

 

Rechtliches

Durch die Ladesäulenverordnung und europäischen Vorgaben der Richtlinie 2014/94/EU, wurde vieles einfacher. Standardmäßig muss jede Schnellladesäule einen CCS Stecker haben und das Laden muss ohne irgendwelche Authentifizierung möglich sein. Damit kann man heute in Italien als fremder auch genauso einfach laden wie hier in Deutschland. Somit kann man heute auch ohne einen Tesla ziemlich entspannt mit einem Elektroauto in den Urlaub fahren.

Durch diese Verordnung gab es Rechtsicherheit und Ladesäulenbetreiber mussten keine Angst haben, dass sie in eine Ladesäule investieren und ein Fahrzeughersteller bringt einen neuen Stecker auf den Markt, der nicht zur Ladesäule passt.

Ausbau

Da Elektrofahrzeuge immer beliebter wurden und Ladesäulen auch subventioniert werden, sprießen diese wie Pilze aus dem Boden. Vergleicht man den aktuellen Ausbau von Anschlüsse und Standorte, dann wurden die Supercharger Standorte Mitte 2017 überholt und in Anzahl der Anschlüsse Mitte 2019. Heute (11.2020) werden 743 Tesla Anschlüsse betrieben und 1587 CCS Anschlüsse mit mehr als 100kW Ladeleistung.

Quelle: Goingelectric

Die Tesla Supercharger sind meiner Meinung nach heutzutage überhaupt kein Grund mehr sich für einen Tesla zu entscheiden. Deswegen haben wir als Zweitwagen einen Hyundai Ioniq Elektro Premium gekauft.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Ja, aber als Teslafahrer hat man das Supercharger Netz und noch die ganzen anderen. Ja, so könnte man durchaus Argumentieren, aber VW, Audi, Porsche und Mercedes haben Ionity. Dort können zwar Teslafahrer auch laden, aber praktisch ist das keine gute Idee, denn aktuell (11.2020) müssen Fremde Marken 0,79€ / kWh bezahlen, was mehr oder weniger Wucher ist. Ich finde das sehr schade, denn so verhindert man Elektromobilität.

Technik

Die weit verbreiteten Supercharger V2 haben einen riesen Nachteil: 2 Ladesäulen teilen sich 150kW. Sind 2 benachbarte belegt, dann erhalten beide jeweils nur ca 60kW Ladeleistung. Das ist nicht mehr Zeitgemäß. Die neuen V3 Supercharger haben diese Einschränkung nicht mehr, aber das Aufrüsten geht nur extrem schleppend voran. Aktuell (11.2020) sind nur 6 Standorte in Deutschland mit V3 Supercharger ausgerüstet obwohl der erste V3 Supercharger ende 2019 in Europa aufgestellt wurde. Gleichzeitig werden tausende Model 3 Monat für Monat verkauft und teilen sich die Infrastruktur die leider nur noch sehr langsam erweitert wird. Das führt oft dazu dass die Supercharger überlastet sind.

Wenn ich schon sehe, dass 50% der Supercharger voll sind, dann versuche ich einen Schnelllader der Konkurrenz anzufahren. Meist stehen sie in der nähe und teilen sich einen Mittelspannungstrafo, wie hier in Aichstetten.

Umwege

Da wie schon oben erwähnt Tesla nur 80 Supercharger Standorte in Deutschland (Stand 11.2020) betreibt, kommt es sehr oft zu Umwege. Hier ist ein Beispiel von letzter Woche. Da hat meine Ladung nicht gereicht um von zuhause nach Kempten und zurück zu fahren. Ich müsste laut Tesla Navi 29,4km Umweg fahren mit 24 Minuten Fahrzeit. Das Tesla Navi kann zwar fremde Ladesäulen anzeigen, berücksichtigt diese aber weder für die Navigation automatisch, noch kann man sehen ob diese belegt sind.

Auf der gleichen Strecke liegen 3 Schnelllader oder wenn man über Illertissen fährt sogar 4 Schnelllader ohne einen Umweg zu fahren.

Quelle: A Better Route Planner.

Ich hab dann den Hypercharger von EnBW genommen am Allgäuer Tor vor Memmingen. Hat super geklappt.

Und so gibt es sehr viele Beispiele, dass man viel mehr Supercharger Standorte benötigt. Fahre ich nach München, dass muss ich in Jettingen von 76% auf 88% nachladen, weil ich es nicht zurück schaffen würde. Im hohen SOC Bereich dauern die 12% nachladen 19 Minuten. Das ist natürlich quatsch.

Verwendet man fremde Schnelllader, dann spart man sich einen Stop und insgesamt 16 Minuten.

Durch den Teslalogger habe ich einen großen Datenbestand an Ladungen und kann so sehen, mit welchem SOC die Supercharger angefahren werden. Wie man sehen kann fangen die meisten Ladungen über 15% SOC an. Das ist verschenkte Zeit und das passiert wie in meinem Fall oben beschrieben einfach, weil die Supercharger nicht für jede Fahrt perfekt liegen. Um Zeit zu Sparen auf der Strecke muss man mit unter 10% SOC ankommen, denn nur dann bekommt man die volle Ladeleistung.

Datenquelle: https://teslalogger.de/charging_locations.php

Meine Letzte Supercharger Ladung war vor 8 Monaten. In der Zeit habe ich zig mal andere Schnelllader der Konkurrenz erfolgreich verwendet, weil sie einfach besser verteilt waren oder weil die Supercharger ausgelastet waren. Und das obwohl mein Fahrzeug kostenlos an Supercharger laden darf. Man hört immer wieder, wie unzuverlässig oder kompliziert die anderen Schnelladesäulen der Konkurrenz sind das kann ich nicht bestätigen. Selbst mein 5 jähriger Sohn, der noch nicht lesen kann, kann meinen Tesla laden. Wobei die Hypercharger Kabel schon recht schwer sind….

EnBW Hypercharger

Alternativlos

Fährt man allerdings mit einem nicht Tesla nach Portugal, dann wird es ziemlich dunkel. Dort funktionieren aktuell nur die heimische Mobi.E Ladekarte. Das Superchargernetz ist dort gut ausgebaut, man will aber keine riesen Umwege immer machen um nachzuladen. Also habe ich obwohl ich einen Tesla fahre für den Plan B eine Mobi.E Ladekarte kostenlos beantragt. Dank Corona, haben wir in letzter Sekunde alles abgesagt. Wir werden aber diese Reise hoffentlich 2021 oder 2022 nachholen.

Fazit

Das Tesla Superchargernetz hat ohne Zweifel bewiesen, dass Elektromobilität auch auf Langstrecke und Länderübergreifend funktionieren kann. Die Konkurrenz hat erfreulicher Weise aufgeholt und es steht uns allen ein tolles und zuverlässiges Netz zur Verfügung. Das gilt es am leben zu halten und bedarfsgerecht zu erweitern. Von Tesla wünsche ich mir eine perfekte Integration der fremden Ladesäulen mit Routing, anzeige der Auslastung, anzeige wie zuverlässig die Ladesäulen sind. usw… Die aktuelle Integration von fremden Ladesäulen ist bestenfalls mangelhaft und unvollständig. Das kann die Konkurrenz deutlich besser. Von Ionity wünsche ich mir, dass sie akzeptable Preise für alle anbieten. Vor allem, weil sie mit Steuergelder subventioniert worden sind.

Nebenbemerkung:

Obwohl mein Fahrzeug free Supercharging hat, erwarte ich von Tesla nicht, dass das Supercharger Netz erweitert wird. Das können offensichtlich andere besser und schneller. Tesla soll sich voll und ganz auf Autos herstellen und deren Service konzentrieren, denn der ist eine Katastrophe und war der Hauptgrund, wieso unser Zweitwagen kein Tesla Model 3 SR+ geworden ist, sondern ein Hyundai Ioniq Elektro Preminum.

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Plugin Hybrid – das beste aus beiden Welten?

2017 Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid EV - Badge

Plugin Hybride werden beworben das Beste beider Technologien mitzubringen. Super sauber und günstig auf Kurzstrecke und ohne Stundenlanges und kompliziertes Laden auf Langstrecke. Klingt wie eine Eierlegende Mollmilchsau? Verfechter der Elektroautos behaupten das schlechteste beider Technologien. Wo liegt denn jetzt die Wahrheit?

Ich werde versuchen auf unterschiedliche Nutzungsprofile einzugehen und die Vorteile und Nachteile auch aus Sicht eines ausgebildeten Elektroniker einzugehen.

Durchschnittsfahrer

Das Hauptnutzungsprofil ist natürlich der Durchschnittsfahrer mit ca 13.602 km / Jahr. Macht 37,3 km / Tag, wenn man die Wochenenden mitzählt.

Quelle KBA: https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftverkehr/VerkehrKilometer/vk_inlaenderfahrleistung/vk_inlaenderfahrleistung_inhalt.html

Im Prinzip muss ein Plugin Hybrid also 40km / Tag schaffen um immer schön elektrisch fahren zu können. Am Wochenende oder im Urlaub, wenn man dann weitere Strecken fährt, dann verwendet man den Verbrenner und hat die oft genannten Nachteile der Elektroautos nicht (lange Ladezeiten, kurze Reichweiten). Laut Gesetz muss ein Plugin Hybrid auch mindestens 40km Reichweite nach WLTP schaffen um die Vorteile von Elektrofahrzeuge genießen zu dürfen.

Ist das jetzt nur alles Theorie oder geht das wirklich?

Ja, das geht, wenn man wirklich sehr diszipliniert ist. Als Beispiel werde ich immer den Mutsubishi Outlander PHEV nehmen, da ein Freund von mir den fährt und dann wird es nicht theoretisch sondern Realitätsnah. Leider schreibt er seine Verbräuche nicht auf, so dass ich mich auf Spritmonitor.de umschauen musste um so ein Nutzungsprofil zeigen zu können. Da muss man aber auch aufpassen, denn viele Profile auf Spritmonitor sind gefaked oder geschätzt oder was auch immer. Wenn 50kWh ein Outlander lädt, dann kann das gar nicht sein, denn die Batterie ist gar nicht so groß….

Quelle Spritmonitor.de

Wie man richtig schön sieht, muss er jeden Tag das Fahrzeug laden um permanent elektrisch zu fahren. Aber fährt er wirklich durchgehend elektrisch? Nein. Das sieht man erstens am Verbrauch – ein Durchschnittsverbrauch von 15,29kWh/100km schafft kein Elektro SUV. Das sieht man auch schön am 24.09.2020 – da ist er 145km gefahren und hat nur einen Durschnittsverbrauch von 5,29kWh/100km gehabt. Den größten Teil der Strecke ist er eben mit Benzin gefahren. Das sieht man dann auch indirekt in der Gesamtstatistik, dass er eben auch noch zusätzlich 2,69 Liter Benzin verbraucht hat.

Also scheint es so zu sein, dass wenn man wirklich sehr diszipliniert ist, man das Fahrzeug tatsächlich überwiegend elektrisch und damit umweltfreundlich bewegen kann. Das kann auch mein bekannter bestätigen. Also ist das doch die Eierlegende Wollmilchsau?

 

Naja, nicht ganz. Ein Batterie im Elektroauto hält erfahrungsgemäß ca 1000 Ladezyklen wenn man sie schont. Das ist dann beim Tesla ca. 400km * 1000 = 400.000km – Ja, es gibt auch Teslas mit 600.000km mit einer Batterie, aber die fahren hinter LKWs im Windschatten. Eine Plugin Hybrid Batterie hat aber eine durchschnittliche Reichweite von 40 km. Mal 1000 Zyklen, dann sind wir bei 40.000km und dann ist die Batterie per Definition “verschlissen” mit anderen Worten: sie hat eine Kapazität von nur noch 80% und ist “hochohmig”. Wie wirkt sich das aus? Mein Bekannter ist wie schon erwähnt täglich die Pendelstrecke elektrisch gefahren jetzt nach 80.000km sieht es aber leider so aus, dass die Batterie so schwach ist, dass er überwiegend mit Benzin fährt. So hat er sich das nicht vorgestellt. Also dachte er sich: kein Problem, ich hab ja 160.000km Garantie auf die Batterie. Liest man aber das “Kleingedruckte”, wird nur Garantiert, dass die Batterie 70% der Kapazität noch bei 160.000km hat – wie viel sie noch leistet, wird nicht garantiert. Mit anderen Worten: wenn das Fahrzeug 28km mit der Batterie schleichen kann, dann ist die Batterie kein Garantiefall. Die Konsequenz ist in seinem Fall, dass er einen erhöhten Benzinverbrauch hat, denn die Batterie ist jetzt so schwach, dass er immer öfter auf den Verbrennungsmotor umschaltet… Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Fahrzeug jetzt eine schwache aber schwere Batterie und Elektromotor immer noch mitschleppen muss obwohl der Nutzen immer weniger wird. Damit steigt natürlich unnötig der Verbrauch.

Quelle: https://www.mitsubishi-motors.de/fileadmin/PDF/Garantien/Garantiebedingungen_Herstellergarantie_fuer_Plug-in_Hybride.pdf

Fazit für den Durchschnittsfahrer

Die Idee auf Kurzstrecke den Hybrid elektrisch zu bewegen und auf Langstrecke dann auf den Verbrenner umzuschalten funktioniert nur wenn man sehr diszipliniert täglich das Fahrzeug lädt und selbst das geht technisch nur eine gewisse Zeit lang. Danach schleppt man die schwere Batterie und Elektromotor nur noch mit und hat damit einen Mehrverbrauch.

Meine Empfehlung: Entweder einen Verbrenner kaufen oder ein Elektroauto. Viele denken, dass sie wenn sie doch mal eine lange Strecke fahren müssen zig Stunden laden müssen. Das stimmt aber nicht. Hier ist mein Erfahrungsbericht über Langstreckentauglichkeit. Fährt man wirklich nur 13.602 km im Jahr, dann hat man nicht wirklich oft Langstrecken zu fahren und dann kann man doch auch mal 20 Minuten Ladepause in Kauf nehmen.

Geschäftswagen

 
Quelle: KBA

63,6% aller Neuzulassungen sind in Deutschland Geschäftswagen. Meist sind das Vertreter Fahrzeuge, die oft große Distanzen zurücklegen müssen, so dass das gar nicht die richtige Zielgruppe ist. Da aber Plugin Hybride mit 0,5% Geldwerten Vorteil besteuert werden anstatt 1%, werden solche Fahrzeuge als Dienstwagen sehr begehrt. Die Nachteile sind dann, dass solche Fahrzeuge teurer und schwerer sind als die reinen Verbrenner. Zur Folge hat das, dass sie dann ziemlich träge sind, weil die Batterie mehr oder weniger niemals geladen wird. Hier steht meist nicht der Ökologische Grund nicht im Vordergrund, sondern einfach der Wirtschaftliche. Wer noch mehr sparen möchte könnte sich das Tesla Model 3 anschauen. Mit einem reinen Elektroauto unter 60.000€ bezahlt man nur 0,25% Geldwerten Vorteil und mit dessen Reichweite und das Tesla Supercharger Netzwerk ist man auch auf der Langstrecke schnell unterwegs.

Fazit:

Das beste aus beiden Welten kann ganz klar beneint werden. Man erkauft sich die Nachteile der beiden Welten. Man bekommt ein komplizierteres System, dass kostspieliger gewartet werden muss. Mehr Komponenten können kaputt gehen. Die Lebensdauer der Batterie entspricht technisch nicht die des Fahrzeugs. Das Fahrzeug ist schwerer und ist träger und verbraucht mehr. Aus Wirtschaftlicher Sicht macht zumindest so ein Fahrzeug in Deutschland als Geschäftswagen Sinn. Alles andere nicht. Und Achtung im Gebrauchtwagenkauf: Ein Plugin Hybrid als Geschäftswagen hat nahezu über die komplette Nutzungsdauer eine leere Batterie. Das mögen die Batterien überhaupt nicht. Hier könnten später kostspielige Reparaturen anfallen!

Tesla Over The Air Updates – Hype oder Genial?

Tesla wird überall für seine “over the air” updates gelobt und überwiegend deswegen auch als “Tablet auf Räder” bezeichnet. Für Tablets und Smartphones ist es heutzutage gang und gäbe, dass regelmäßig Updates – zumindest eine Zeit lang kommen. So sind neue Funktionen, Bugfixes und neue Kartendaten für die Navigation ohne fahrt zum Service Center möglich. Damit bleibt das Fahrzeug immer auf dem Neuesten Stand und ist nicht schon bei der Abholung im Werk veraltet.

Nach 2,5 Jahre im Besitz eines Teslas, kann ich die Vor- und Nachteile der over the air updates aufzählen:

Positiv

Per Softwareupdate kamen einige tolle Features hinzu. Wie z.B. die Dashcam mit Bewegungserkennung (Sentry Mode). Dadurch konnten schon einige Unfälle oder auch Vandalismus aufgezeichnet und bewiesen werden. Hierzu werden von den 8 Kameras 4 aufgezeichnet.

Eine Moderne Bedienoberfläche (UI):

Quelle: https://electrek.co/2020/02/14/tesla-force-software-updates-owners-resisting-them/

“Navigate on Autopilot” kam auch per Update. So konnten die Teslas damit Automatisch Ab- und Auffahrten auf Autobahnen nehmen. Prinzipiell funktioniert das recht gut (Stand 09/2020), wenn auch manchmal zu schnell, zu grob oder beides…

Später kamen auch Spiele hinzu:

Automatische Scheibenwischer und ein Fernlichtassistent kamen auch per Softwareupdate hinzu, aber ob man das jetzt als Positiv werten kann, bleibt jedem selbst überlassen. Diese Features hatten zum Zeitpunkt des Release alle anderen Fahrzeughersteller in der Preisklasse serienmäßig.

Ich zähle jetzt nicht alle auf. Wer wissen will, was alles hinzugekommen ist, kann sich das inoffizielle Changelog durchlesen: https://www.reddit.com/r/teslamotors/wiki/softwareupdates

Negativ

 

Da man jederzeit die Möglichkeit hat ein Update hinterherzuschieben, wird öfters nicht ganz so gründlich getestet, wie man sich das wünschen würde. Bei Updates, wie man das früher in der Fahrzeugindustrie gemacht hat, wurde beim Ölwechsel ein update gemacht. Die mussten perfekt sein, denn die Kunden hat man so schnell nicht wieder gesehen. Navi Updates gab es nur für mehrere hunderte Eur.

In der Praxis ist das so bei Tesla, dass zum Teil sehr viele Fehler in der Software ausgerollt werden. So lies sich mal die Alarmanlage nicht mehr ausschalten – nur noch durch Reboot. Aktuell (09/2020) funktioniert die Sprachsteuerung nicht mehr. Der Web-Browser funktioniert seit einer halben Ewigkeit nicht mehr und Freisprecheinrichtung funktioniert immer nur beim zweiten Anruf. Viele Monate konnte man Spotify nur zum Spielen überreden, indem man ein Reset macht… Eine Zeit lang ging der automatische Scheibenwischer “Deep Rain” nicht..

Es ist wirklich sehr ärgerlich, wenn man ein Bug erwischt, den das tägliche Leben beeinträchtigt. Ob der Browser nicht läuft, das kann man verschmerzen, aber wenn automatische Scheibenwischer oder die Sprachsteuerung nicht funktionieren, dann ist das echt blöd. Das ist erstmal kein grundsätzliches Problem von over the air Updates. Das ist eher ein Problem von Tesla, dass nicht alle Features vor jedem Release getestet werden.

Mit automatische Updates bleibt das Fahrzeug immer aktuell, bekommt immer neue Features – so zumindest die Theorie. Nachdem ich mein Tesla ein Jahr im Besitz hatte, kam die Meldung, das es ein Update gibt mit Netflix, Youtube und mehr. Ich hab mich riesig gefreut, aber als ich das Update bekommen habe, habe ich nichts davon gesehen… Bei mir im Tesla war nicht der neueste Computer verbaut – der kam 1 Monat nach meiner Auslieferung. Wer jetzt denkt, der bekommt 15 Jahre lang Updates bis das Fahrzeug verschrottet ist, der irrt sich. Ich könnte aber aktuell die MCU2 für 2500€ upgraden und würde dann diese Features und zukünftige wieder bekommen.

Einige Monate später kam der AP3 (Autopilot Hardware) raus. Die neuen Features wie an der Ampel automatisch anhalten und Visualisierung von Ampeln, Schilder und ähnliches bekomme ich auch nicht mehr. Für 4300€ könnte ich ein upgrade von Enhanced Autopilot (EAP) auf FSD (Full Self Drive) kaufen und könnte damit auch von diesen Features profitieren. Manche Features benötigen MCU2 und FSD, so dass ich dann beides kaufen müsste. Ich könnte z.B. FSD kaufen und hätte dann zwar anhalten an Ampeln, aber diese werden im Display nicht angezeigt…

Jetzt könnte man sagen: Der Tesla bleibt ja doch immer aktuell. Man müsste nur regelmäßig ein paar Tausend Eur in die Hand nehmen… Naja, nicht ganz. Teslas mit Autopilot 1 gebaut bis ende 2016 können den Autopilot nicht upgraden – auch nicht für Geld und gute Worte.

Für 2021 ist der Autopilot 4 angekündigt. Man muss jetzt kein Hellseher sein um festzustellen, dass dann auch für heutige Fahrzeuge Schluss mit Updates sind…

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Uralten Teslas mit AP1 oder vorher nicht ganz vergessen wurden. So haben sie trotzdem noch UI Updates bekommen, so dass die Oberfläche modern wirkt. Camp Mode, Dog Mode, neue Navi Software, standortbasiertes Smart Air Suspension, Easy Entry, Valet Mode, Spotify, automatisches navigieren Nachhause und zur Arbeit usw…

Wer jetzt denkt, dass man nur tolle neue Features und ein paar Bugs bekommt, der irrt sich. So wird leider per Update auch die Reichweite und Ladegeschwindigkeit verringert um die Batterie zu schonen. Tatsächlich ist das eher so, dass die defekten 85kWh Akkus von Tesla regelmäßig kaputt gegangen sind und die 8 Jahre Garantie hat Tesla dazu gezwungen die Batterie mehr zu schonen um kein Geldgrab zu öffnen…

Degradationskurve aufgezeichnet mit Teslalogger

Per update soll voll autonomes Fahren auch kommen. Versprochen wurde es für ende 2017… naja wir haben jetzt Herbst 2020 und sehr große Fortschritte sieht man da nicht. Zum Teil fährt er schlechter als früher. Wir haben mit Phantombremsungen (Bremsen ohne erklärlichen Grund) zu kämpfen. Oder Schlangenlinien fahren beim Überholen von LKWs – das ist aber seit ein paar Versionen besser geworden. Ob Tesla es jemals schafft mit der aktuellen Hardware voll Autonom zu fahren bleibt fraglich. Fakt ist, ich habe ende 2017 den Tesla bestellt und voll autonomes Fahren war mit ein Grund. Ich habe aber es nicht mitbestellt, da ich das Feature jederzeit nachbestellen könnte. Üblicherweise behalte ich meine Fahrzeuge 3 Jahre lang. Hätte ich FSD (Full Self Driving) damals für knapp 4000€ mitbestellt, hätte ich davon nichts gesehen. Deswegen gibt es in der Richtung auch schon Klagen. Tesla hat versprochen, kassiert aber nicht geliefert…

Probleme

Wie bei jedem Update, kann es sein, dass was schief geht. Im Fachjargon nennt man das “Brick” – also Ziegelstein. Wie kommt man darauf? Ist bei einem Smartphone update etwas schief gegangen, dann hat das Smartphone nicht mehr Funktionen als ein Ziegelstein…

Leider passiert das auch bei Teslas. Dann geht überhaupt nichts mehr und sie müssen abgeschleppt werden. Bei einem guten Freund von mir ist genau das passiert:

Das “Bricken” seines Teslas in Verbindung mit dem schlechten Service von Tesla ist leider eine ganz blöde Kombination und tritt leider öfters auf. Deshalb mein Tipp: niemals vor einer längeren Fahrt ein update Starten.

Früher wurden die Updates per Mobilfunk übertragen. Um Geld zu sparen, werden Updates nur noch über WLAN verteilt. Das Problem ist vermutlich, dass nicht jeder dort Parken kann, wo es guten WLAN Empfang gibt. Auch mit einem Handy als Hotspot ist es nicht ganz so einfach, da manche Updates durchaus 8GB groß sind.

Konkurrenz

Viele denken, dass Tesla der einzige Hersteller ist der over the air Updates hat.

BMW

BMW hat das auch und es kommen dort auch größere Features wie eine Dashcam per Update.

https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Connected-Car-Nach-dem-Vorbild-Teslas-BMW-bringt-Software-Update-per-Download-25712267.html

VW ID.3

Der VW ID.3 hat wohl auch over the air Updates und ist leider damit negativ berühmt geworden: https://futurezone.at/produkte/volkswagen-bekommt-software-problem-beim-id3-nicht-in-den-griff/400851137

Polestar 2

Der Polestar 2 hat als Betriebsystem Android Auto und das wird natürlich auch regelmäßig per over the air upgedatet. Hinzu kommt und das ist an Genialität kaum zu überbieten: Er hat einen App Store. So ist man nicht auf den Hersteller angewiesen, wenn man ein Feature benötigt, sondern jeder kann dort Apps anbieten. Seit viele Jahre wünschen sich Teslafahrer Zwischenpunkte in der Navigation – vergeblich. Beim Polestar 2 kann ich einfach eine andere Navi App runter laden, wenn mir die vom Hersteller nicht gefällt und hab dann meine Funktion. Vor allem, wenn der Hersteller keine Lust mehr hat für mein Fahrzeug Updates bereitzustellen, dann kann ich auf die freien Apps zugreifen.

Hyundai Ioniq Elektro

Wir besitzen neben den Tesla noch einen Hyundai Ioniq Elektro. Der hat zwar keine over the air Updates, aber er bekommt (noch) jedes Jahr beim Service ein Softwareupdate und neue Kostenlose Karten. Ob jetzt wie beim Tesla alle 3 Monate ein Update bekomme oder ein mal im Jahr, finde ich jetzt nicht unbedingt ein riesen Manko, vor allem weil ich im Tesla auch regelmäßig Updates bekomme, die keine Sichtbaren Änderungen mitbringen. Da wurden nur Bugs behoben, die sie vorher eingebaut haben 🙂

Aber unser Hyundai hat Android Auto und Apple Car Play, so dass die Apps dort laufen und auch mehrfach im Monat over the air upgedatet werden. Im Hyundai haben wir so einen Blitzerwarner, Whatsapp mit vorlesen, mehrere Navis (TomTom, Google Maps, Sygic usw…) Unterm Strich muss ich zugeben, dass mir das besser gefällt als beim Tesla.

Fazit

Over the air updates im Tesla ist Licht und Schatten gleichzeitig. Ich habe mich oft darüber geärgert aber auch etliche mal wie ein kleines Kind gefreut. Das fortschrittlichste Konzept ist es definitiv nicht. Das ist Zweifelfrei der Polestar 2.

Ladegeschwindigkeit Supercharger V2 vs V3 und Ionity

Schaut man sich die Spezifikationen der Supercharger V2, V3 und Ionity an, dann könnte man denken, dass man jetzt in nahezu der halben Zeit laden könnte und das der Supercharger V3 deutlich schneller ist als eine Ionity Ladesäule.
Supercharger V2 mit Model 3 LR: 150kW max
Supercharger V3 mit Model 3 LR: 234kW max
Ionity mit Model 3 LR: 194kW max.

Das ist Stand 15.07.2020 und kann sich mit neueren Firmware Versionen verbessern oder aber auch verschlechtern.

Ich habe zum Vergleich jeweils die beste Ladung der 3 Säulen rausgesucht um sie zu vergleichen. Gerade eine geringe Akkutemperatur und hohe SOC (State of Charge – Ladestand) führen zu schlechten Ladekurven.

Alle Ladekurven wurden mit den Teslalogger aufgezeichnet. Sämtliche Ladekurven kann man auf der Homepage anschauen.

Hier sind die 3 besten Ladekurven zum 15.07.2020:
Supercharger V2:

Supercharger V3:

Ionity:

 

Ergebnisse:

Wie man sehen kann, gewinnt Ionity in jedem Ladehub. Wenn man sich die Ladekurven genau anschaut, denn bemerkt man, dass zwar der Supercharger V3 kurzzeitig schneller lädt als Ionity, aber dann sinkt die Ladegeschwindigkeit sehr schnell.

Vergleicht man jetzt die Zeiten zwischen Supercharger V2 und V3, dann wird klar, dass man keine Revolution erwarten darf. Im Unteren SOC Bereich kann man sich auf knapp 2Min Ladezeitverkürzung freuen. Schon bei 40% SOC ist die Zeitersparnis bei ca 15 Sekunden.

Fazit

Die hohe Ladegeschwindigkeit bringt bestenfalls was auf dem Papier oder in der Werbung. In der Realität ist das kaum nennenswert. Bleibt zu hoffen, dass die Hohen Ströme nicht zum vorzeitigen altern der Batterien führt. Viel besser anstatt sehr hohe kurzzeitige Ströme ist eine konstante Ladegeschwindigkeit wie beim Audi e-Tron, der seine 150kW bis zu 80% SOC laden kann:

https://support.fastned.nl/hc/de/articles/360000815988-Laden-mit-einem-Audi-e-tron

Audietron55.png

Typical Range oder Prozentanzeige?

Beim Tesla kann man die Anzeige der verbleibenden Kapazität der Batterie einstellen. Frägt man erfahrene Tesla-Fahrer, dann bekommt man oft als Antwort: “Auf Prozent umstellen. Das ist genauer!”.

Ich bin selbst so einige Zeit gefahren, weil ich ziemlich schnell gemerkt habe, dass die Anzeige in km wirklich “ungenau” ist. Aber mit der Prozentanzeige war ich auch nicht wirklich zufrieden und habe dann beides mal eine Zeit lang ausprobiert.

Durch meinen Airbagproblem kam ich in den Genuss verschiedene Tesla Fahrzeuge mit unterschiedlichen Batterien zu fahren. Ziemlich schnell kam die Frage: Mit meinem S75D habe ich für die Strecke 12% gebraucht. Wie viel Prozent brauche ich mit einem S85, S90D und einem S100D. Oder wie viel brauche ich mit einem Model 3. Ziemlich schnell war klar: Prozenteinstellung ist dafür absolut unbrauchbar – vor allem, weil ich gedacht habe, dass ich die selbe Strecke mit einem S85 weniger “Prozent” verbrauchen würde. Das war leider nicht so. Der S75 verbraucht deutlich weniger und hat Netto nicht wirklich eine kleinere Batterie.

Also habe ich auf Typical Range umgestellt. Das ist der Referenzverbrauch von Tesla. Es ist mehr oder weniger nichts anderes wie die Restkapazität dividiert durch eine Konstante. Beim M3 LR sind das Restkapazität / 0,152 und beim S75D sind das Restkapazität / 0,186. Ziemlich schnell habe ich gelernt, dass bei meiner Fahrweise 30km fahren ein Typical Range Verlust von 40km bedeutet. Je nach Felgendurchmesser hat das bei mir ziemlich gut auf andere Tesla-Fahrzeuge mit anderen Batterien funktioniert.

Für mich war also die Einstellung Typical Range auf jeden Fall besser, als Prozent. Das war zwar immer etwas Kopfrechnen, aber das klappt mittlerweile sehr gut.

Weitere Vorteile

Verliert die Batterie an Kapazität (Degradation), dann erkennt man das mit der Prozentanzeige nicht. 100% ist Voll – ob man damit weniger fahren kann wie vor 50.000km ist dann die andere Sache. Über so eine lange Zeit lernt unser Gehirn, dass man jetzt für eine Strecke, die man früher mit 17% gefahren ist, jetzt halt 20% braucht und ist auch nicht weiter tragisch.
Wenn jetzt aber Tesla von heute auf Morgen per Software Update die Kapazität um 15% künstlich verringert, wie das im Juli 2019 mit sehr vielen S85er Fahrzeugen passiert ist, dann stimmt auf einmal die Prozentformel nicht mehr und im schlimmsten Fall bleibt man mit einer leeren Batterie stehen.

Diagramm erstellt mit Teslalogger

Fazit

Für mich ist die Anzeige nach Typical Range eindeutig die bessere Wahl. Was habt ihr für eine Einstellung und wieso? Schreibt das bitte in die Kommentare.

Optimale und schonende Ladegeschwindigkeit

Es gibt immer eine Verunsicherung was die optimale Ladegeschwindigkeit für zuhause ist. Viele glauben, dass je langsamer geladen wird, desto schonender ist es. Das ist so nicht richtig, denn beim Laden findet ein chemischer Prozess statt. Je länger dieser andauert, desto schlechter ist das für die Batterie. Im Winter ist sogar langsames Laden sogar indirekt schädlich für die Batterie. Sie wird bei kleinen Ladeleistungen nicht warm und eine kalte Batterie zu laden ist schädlich. Also so schnell wie möglich laden? Nein, denn beim Schnellladen wird die Batterie warm und alles über 50°C ist schlecht für die Batterie. Das schonendste ist also irgendwo in der Mitte. Durch Aufzeichnungen von Teslalogger und ScanMyTesla konnte ich beobachten, dass die Kühlmittelpumpe und Zellentemperatur bei 11kW der beste Kompromiss zwischen Zelltemperatur, Dauer der Ladung und Laufzeit der Kühlmittelpumpe ist.

Ist 11kW auch die Ladung mit dem besten Wirkungsgrad? Man muss beim Tesla wissen, dass bei der Ladung die MCU (der Computer) immer mitläuft. Der braucht für nichts tun 200W – insofern sollte die Ladung so schnell wie möglich abgeschlossen sein. Hinzu kommt, dass das Ladegerät eine Kennlinie hat und nicht überall den besten Wirkungsgrad besitzt. Damit die Bauteile des Ladegerätes am besten vor Hitze geschützt werden, wurde die Kennlinie so gewählt, dass bei der höchsten Leistung der beste Wirkungsgrad erreicht wird. Durch meinen geeichten Zähler konnte ich bei 3kW Ladeleistung ca 70% Wirkungsgrad sehen und ab 11kW – 16,5kW waren es 91% Wirkungsgrad.

Da wie schön gesagt die MCU beim Laden die ganze Zeit mitlaufen muss, kommt noch ein zusätzlicher Effekt: der Speicherchip der MCU (eMMC) wird permanent beschrieben und geht nach einer gewissen Anzahl an Schreibzyklen kaputt. Ein Austausch kostet nach der Garantie zwischen 2500€ und 3000€ bei Tesla. E Mobility Driving Solutions bietet dafür eine deutlich günstigere Reparatur an: LINK

Damit ist die Frage beantwortet: Die Optimale und schonendste Ladegeschwindigkeit für Batterie, Umwelt, MCU und Ladegerät beträgt 11kW – 16,5kW

Lade Tipps:

Hochsommer

Im Hochsommer wird die Batterie ziemlich warm, vor allem, wenn man sofort nach der Fahrt das Fahrzeug lädt. Hier ist es deutlich besser die Zeitgesteuerte Ladung einzustellen. Ich stelle dann bei mir immer 5 Stunden ein und 11kW. So kann die Batterie von alleine Abkühlen und die Kühlmittelpumpe muss nicht ständig laufen.

Winter

Im Winter kann man sehr viel Energie sparen, wenn man die Ladung so einstellt, dass sie kurz vor der Abfahrt noch nicht ganz fertig ist und vor allem, so schnell wie man laden kann. Dadurch wird die Batterie warm und muss nicht ineffizient durch die Batterieheizung warm gemacht werden. Hinzu kommt, dass die Belastung der Batterie im kalten Zustand schlecht für die Batterie ist. Und ganz wichtig: Finger weg vom Range Mode. Der schaltet die Batterieheizung ab und das ist schlecht für die Batterie!!! Der ist für den Notfall, wenn es mal knapp werden sollte das Ziel zu erreichen.

Wie Olaf in den Kommentaren schon geschrieben hat: Dieser Trick funktioniert nicht für Kurzstrecke oder nur wenig. Auf meiner 30km Fahrt jeden Morgen sieht man große Unterschiede mit der Ladung vor der Fahrt.

Photovoltaik Überschuss

Überschuss laden an Photovoltaik. Ich selbst habe eine Photovoltaikanlage und kann mit meiner Wallbox auch Überschuss laden. Das habe ich eine Zeit lang auch gemacht, bis ich durch Aufzeichnungen von Teslalogger und ScanMyTesla bemerkt habe, dass ständig die Kühlmittelpumpe an und aus geht. Ich glaube nicht, dass das gut für die Kühlmittelpumpe ist und deswegen mache ich es nicht mehr. Ich lade einfach mit 8kW – dann ist der PV Strom nicht optimal ausgenutzt, aber so habe ich ein besseres Gewissen, dass die Kühlmittelpumpe nicht anders belastet wird, wie sich das Tesla ausgedacht hat. Ich bin mir sicher, dass Tesla die Ladungen und die Kühlmittelpumpe mitloggt und im Fall der Fälle bleibt man auf die Reparaturkosten der Kühlmittelpumpe sitzen trotz Gewährleistung.

Lange Abwesenheit

Fährt man das Fahrzeug für viele Wochen nicht, dann sollte man es an Strom anschließen und auf 60%-70% Endladung einstellen. Sollte man nicht die Möglichkeit haben es an Strom angeschlossen zu lassen, dann sollte man das Fahrzeug wenn möglich mit 90% SOC abstellen und niemals auf die Tesla-App schauen. Jedes aufwecken kostet Strom und das Fahrzeug bleibt oft für mehrere Stunden wach.

Sollte dennoch das Fahrzeug unter 0% kommen und sich abschalten, dann ist das kein Weltuntergang, wie oft im Internet behauptet wird. Das Batterie Management System (BMS) hat eine sogenannte Brick-Protection, so dass die Batterie nicht kaputt geht. Ein gestohlener Tesla wurde so für viele Monate bei 0% abgestellt und es ist nichts passiert. Auch eine Degradation konnte nicht festgestellt werden.

Selbst Elon Musk sagt 90% über Nacht und unter 5% sind ok. Wir haben ja einen Brick Buffer.

Range Mode

Es hat zwar nur indirekt was mit schonendem Laden zu tun, aber ich gehe trotzdem darauf ein.
Eine kalte Batterie mag keine hohen Ströme und wirkt sich auch negativ auf die Lebensdauer aus. Deswegen wird die Rekuperation und auch die Ladegeschwindigkeit bei niedrigen Temperaturen stark gedrosselt. Um die Zeitspanne der niedrigen Batterietemperatur gering zu halten, wird die Batterie beim Tesla aktiv beheizt. Dadurch kann Tesla auch eine so lange Gewährleistung anbieten. Schaltet man den Range Mode an, dann wird nicht nur die Heizleistung runter gefahren sondern auch die Batterieheizung komplett abgeschaltet. Der Verbrauch sinkt zur last der Batterie Lebensdauer. Deswegen sollte man den Range Mode nur im Notfall verwenden. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass in einer der nächsten Versionen der Range Mode entweder verschwinden wird oder unwirksamer wird. Auf Kurzstrecke spielt das keine Rolle, da die Batterieheizung nicht so schnell wirkt.
Deswegen mein Tip: vor dem Losfahren mit voller Leistung laden. Dann wird die Batterie warm und der Range Mode hat dann keine Wirkung mehr, da sie nicht mehr aktiv beheizt wird.

Andere Elektroautos

Das die MCU beim Laden mitläuft und sogar altert ist eher ein Tesla Problem, so dass man das nicht auf andere Elektrofahrzeuge übertragen kann.

Den Rest kann man mehr oder weniger 1:1 auch für andere Elektroautos übernehmen. Also immer die höchstmögliche Ladegeschwindigkeit nehmen, die das Fahrzeug hergibt. Von PV-Überschussladung die Finger lassen – einsparen kann man sowieso nicht sehr viel, wenn man das mal durchrechnet. Im Winter Zeitgesteuert laden, so dass das Fahrzeug erst fertig geladen ist, wenn man losfährt.

Trotzdem kann jedes Elektrofahrzeug spezielle Probleme haben, wie die MCU beim Tesla, die dazu führt, dass eine leicht abgewandelte Ladestrategie zu etwas Bessere Werte führt. Im Groben sollten aber die Tipps passen.

Dashcam Einbau im Tesla Model S

Man könnte jetzt zu recht fragen: wieso baut der eine Dashcam in seinem Tesla ein, wenn der Tesla eine Dashcam Funktion hat und 3 Kameras dafür verwendet.

Die Frage ist berechtigt und das sind meine Gründe:

  • Die Tesla Dashcam ist unzuverlässig. Sie macht regelmäßig das Dateisystem kaputt, weil sie mitten beim Schreiben auf dem USB Stick das Auto runter fährt. Man könnte jetzt denken, dass das mit dem nächsten update behoben wird, aber darauf warte ich schon seit ein Jahr.
  • Es fehlen regelmäßig bis zu 10 Sekunden zwischen den Aufnahmen. Vermutlich kommt der langsame Computer mit dem Schreiben des Buffers nicht hinterher: https://youtu.be/kB1tEKKqSYk?t=11
  • Wenn das Fahrzeug geparkt wird, verbraucht die Tesla Dashcam 200W. Pro Tag macht das um die 20-40 km Reichweite.
  • Die Farben sind nicht schön und für eine Urlaubsfahrt nicht zu gebrauchen. Auch das Format ist nicht wirklich schön für eine Urlaubsfahrt.
  • Es fehlen Daten wie Geschwindigkeit, Geoposition und ähnliches für den Fall der Verwendung vor Gericht.
  • Die Bewegungserkennung im SentryMode hat durchaus Verbesserungspotential 🙂

Ich hab mich für die den iTracker mini0906 dual entschieden:

Wieso diese?

  • Im Test der Zeitschrift c’t war sie in nahezu allen Punkten die beste. Besser sogar als die weit verbreiteten Blackvue
  • Sie ist klein und unauffällig
  • Sie hat einen Parkmodus
  • Sehr gute Qualität
  • 2 Kameras Vorne / Hinten
  • Preis / Leistung hervorragend

Einbau

Ich übernehme keinerlei Haftung!

Ich empfehle folgende Hilfsmittel für den Einbau:

Hinterm Spiegel befindet sich eine Abdeckung mit einem Stecker. Dort war bei mir ein “Zündplus”. Den braucht man für die Erkennung des Parkmodus. Im Parkmodus nimmt die Dashcam nicht mehr kontinuierlich auf, sondern nur bei Bewegungserkennung oder Erschütterung. Bitte unbedingt nachmessen, da ich gelesen habe, dass bei älteren Teslas eine andere Steckerbelegung verwendet wurde. Wichtig: das hat mich etliche Stunden gekostet: Zündplus ist nicht wie man denkt sofort nach abschließen des Autos auf 0V, sondern nach ein paar Minuten. Also Messgerät im Auto lassen, Auto abschließen, Schlüssel außer Reichweite bringen und nach 5 Minuten von außen nachschauen ob die Spannung auf 0V abgefallen ist.

Vor dem Spiegel ist eine Abdeckung. Dort befindet sich ein 3 Poliger Stecker. So weit mir bekannt ist, wurde der nicht geändert, aber trotzdem lieber nachmessen. Die Isolierung vorsichtig 5mm mit einem Tepichmesser wegschneiden und ein Kabel anlöten. Dort sind 12V und Masse ( GND ).

Diese dann natürlich wieder mit Isolierband schützen:

 

Mit der Einziehhilfe und Demontagewerkzeug kann man dann die Kabel ziemlich einfach zur gewünschten Position bringen.

Hier sind dann ein paar Videos von der Dashcam:

Fazit

Würde ich diese Dashcam nochmal einbauen? Ein ganz klares JA. Die Dashcam ist zuverlässig, verbraucht unter 3W und hat eine deutlich bessere Qualität.

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Tesla Service zwischen Theorie und Praxis

Tesla ist soweit ich weiß ist Tesla der einzige Hersteller, dessen Fahrzeuge nicht zwingend zum Service müssen ohne Ihre Gewährleistungsansprüche zu Verlieren. Diesen Schritt musste man wohl gehen um die Service Center zu entlasten. Natürlich wird der eine oder andere sagen: „Ja, aber die Bremsflüssigkeit“. Bremsflüssigkeitstauschen ist ein Relikt aus den 80er. Heutzutage ist es nahezu ausgeschlossen, dass die Bremsflüssigkeit Wasser anzieht. Alle Komponenten sind schon lange so ausgeführt, dass Wasser nicht durch diffuseren kann. Mein Oldtimer hat die Bremsflüssigkeit jetzt schon 15 Jahre drin. Ich Teste sie jedes Jahr mit einem Messgerät und der Wassergehalt ist immer noch unter 1%. Und selbst wenn da was nicht stimmen würde. Spätestens beim TÜV würde das rauskommen.

Die Realität sieht trotzdem anders aus:

Ein Elektroauto hat zwar deutlich weniger (Verschleiß-)Teile, die kaputtgehen können, aber früher oder später muss auch mal ein Tesla in die Werkstatt. Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem.

Die Verkaufszahlen sind nach oben explodiert. In einige Länder, ist sogar das Model 3 das meist verkaufte Fahrzeug. Hinzu kommt, dass die ersten Auslieferungen nicht perfekt waren. Da fehlten Ladekabel, Heckspoiler wurden bei Performance Modelle vergessen, Lackschäden usw…

Gleichzeitig hat man die Anzahl der Service Center nicht vergrößert.

Was das bedeutet, kann man in meinem Fall sehen.

In April hat bei mir die Airbag Leuchte angefangen zu leuchten. Laut Tesla-Benutzerhandbuch soll ich das Auto sofort abstellen und zum Tesla Service abschleppen lassen. Ein Anruf bei der Tesla Hotline mit 65 Minuten in der langweiligen Warteschleife, führte zu einem Termin in 2 Monate. Nach langem diskutieren konnte ich einen Termin für Mitte Mai aushandeln.

Angekommen im Service Center, sagte man mir, dass der Termin nur zur Diagnose sei. Man müsse schließlich Ersatzteile besorgen. Das Service Center ist zwar nur 135km entfernt, aber dank Stuttgart 21 Baustellen, brauche ich dafür mindestens 2-3 Stunden und das Ganze nochmal zurück… Insofern bedeutet ein Besuch beim Service Center einen Urlaubstag weniger. Man stellte fest, dass wohl das Airbag Steuergerät defekt sei und hat mich mit einem Leihwagen nachhause geschickt. Ein paar Tage später konnte ich mein Fahrzeug wieder abholen. Leider stellte sich heraus, dass die Airbag Leuchte direkt vor dem Verlassen des Tesla Grundstücks wieder angegangen ist. Das kann schon mal passieren. Also habe ich das Fahrzeug wieder dagelassen und bin mit dem Leihwagen wieder nachhause. Mein Urlaubskonto ist wieder um einen Tag geschrumpft… Ich habe eingewilligt, dass man mit meinem Tesla auch Privat fahren darf, damit man das Fahrzeug beobachten kann.

Ein paar Tage später war mein Fahrzeug fertig und mein Urlaubskonto hat sich auch geschmälert.  Der Lenkstockhebel und ein Mantelrohr waren vermutlich auch noch defekt.

Leider fängt jetzt die traurige Geschichte erst richtig an.

 

Zwei Tage später und zwei Tage vor meinem Urlaub nach Italien fing die Airbag Leuchte wieder an zu leuchten. Ich habe daraufhin eine E-Mail an das Service Center verschickt mit der bitte um Rückruf, da ich mir 60 Minuten in der Warteschleife der Hotline ersparen wollte. Nachdem ein Tag später keine Reaktion kam, habe ich dann doch die Hotline angerufen und 55 Minuten in der Warteschleife verbracht. Die konnten leider auch nur eine E-Mail an das Service Center schicken, die keine Reaktion hervorbrachte. Also bin ich ohne funktionierende Airbags nach Italien gefahren. Nach meinem Urlaub habe ich mehrere Emails und Telefonate mit der Hotline hinter mir gebracht. Ohne Reaktion. Ein Hotline Mitarbeiter gab mir den Tipp meinen Fall an ServiceHelpEU@tesla.com zu eskalieren. Auch das führe zu keiner Reaktion.

Nach Recherche in Foren und Facebook, gab man mir den Tipp Online oder per Tesla App einen Termin zu buchen. Der wäre zwar in 2 Monate, aber da ich ja schon etliche Wochen ohne funktionierende Airbags fahre, kommt es auf weitere 8 Wochen auch nicht an. Aber auch das endete in einer Sackgasse. Die App und Online führten nur zu Fehlermeldungen.

Die einzige Möglichkeit zur Kommunikation mit Tesla, die noch bleibt ist der Chat in USA. Dazu muss man auf der Homepage das Land ändern und dann kann man mit einer Person in USA chatten. Nach über einer Stunde warten, habe ich es aufgegeben.

Ich habe schließlich auf Facebook gefragt, wie um alles in der Welt ich jemand bei Tesla erreichen kann. Hinfahren kommt nicht in Frage. Erstens würde das nochmal einen Tag Urlaub kosten und zweitens würde ich ohne Termin sowieso nicht bedient werden, wenn schon ein Termin nur zur Diagnose ist und nicht zur Reparatur. Die Diskussion endete in 159 Kommentare. Viele Teslafahrer halten wohl zusammen und einige, die in der Nähe vom Service Center wohnen, haben sich angeboten rüberzufahren und die Mitarbeiter bitten mich zurückzurufen. Und man kann es kaum glauben: Am nächsten Tag hat sich ein Mitarbeiter bei mir gemeldet und wir haben für ein paar Tage später einen Termin ausgemacht. Auch dieser kostet mich mal wieder einen Urlaubstag…

Im Servicecenter wurden meine Vermutungen bestätigt:

  • E-Mails werden kaum noch gelesen. Bei durchschnittlich 900 E-Mails am Tag einschließlich Sonntag, kann man diese Flut kaum bewältigen.
  • Direkt kann man die Service Center nicht mehr erreichen. Alle Anrufe werden umgeleitet
  • Termine in der App kann man nur für 60 Tage im Voraus buchen. Danach kommt eine Fehlermeldung. Vermutlich versucht man so nicht dringende Service-Termine zu verhindern.

Die Mitarbeiter im Service Center sind alle hoch Motiviert und Freundlich, aber die Anzahl der verkauften Fahrzeuge passt nicht zur Anzahl der verfügbaren Service Center.

Wenn schon E-Mails nicht mehr bearbeitet werden können, dann sollte man einen Autoresponder einrichten und dem Kunden klarmachen, dass er auf die E-Mail keine Reaktion erwarten soll.

In Foren und Facebook sagen schon Tesla Besitzer, dass sie vorsorglich Termine gebucht haben, falls mal was sein sollte. So kann man das System auch kaputt machen.

Das beste Auto der Welt (aus meiner Sicht) ist gepaart mit den schlechtesten Service der Welt. Vergleiche ich den Service von meinen zwei letzten Fahrzeugen (Maserati & Jaguar), dann sind da Welten dazwischen. Da ruft man Sonntag bei der Hotline an und muss nicht in der Warteschleife einschlafen. Am nächsten Tag bringt ein Rentner oder Azubi einen gleichwertigen Leihwagen vor die Haustüre und nimmt das defekte Auto mit. Keine Urlaubstage gehen verloren! Sowohl der Maserati als auch der Jaguar waren günstiger als mein Tesla! Genau das erwarte ich und nicht weniger.

Meine Frau hat sich ein Model 3 Short Range gewünscht. Nach meiner Erfahrung mit dem Service, wollen wir uns das nicht antun. Was wenn beide Fahrzeuge gleichzeitig kaputt sind?

In 1,5 Jahre werde ich ein neues Fahrzeug kaufen. Wenn der Tesla Service nicht um Lichtjahre besser wird, dann werde ich mir den Porsche Taycan anschauen. Stellt sich heraus, dass das doch kein „Tesla Killer“ wird, dann werde ich wohl oder übel wieder einen Verbrenner fahren. Sowas tue ich mir nicht nochmal an.

Die ständigen Nachrichten in der Presse, dass Tesla morgen pleite ist, sind sowas von langweilig. Geld gibt’s genug auf der Welt. Man muss es sich nur holen und Elon Musk weiß, wie man Investoren ködern kann. Aber: wenn der Service nicht besser wird, wird sich das rumsprechen und das kann dann Tesla wirklich Kopf und Kragen kosten.

Wer jetzt denkt, dass das ein trauriger Einzelfall ist, der hat sich geirrt. In Dezember habe ich festgestellt, dass im Fußraum und hinten keine warme Luft kommt. Damals konnte man noch direkt beim Service Center anrufen. Leider habe ich erst für März einen Service Termin bekommen. In März konnte man den Fehler nicht reproduzieren, so dass der Fehler vermutlich immer noch vorhanden ist. Mein 3-Jähriger Sohn ist dann immer in Wolldecke mitgefahren…

Eigentlich müsste ich jetzt im Hochsommer vorsorglich für Dezember einen Service Termin ausmachen um die Heizung checken zu lassen.

Ich habe gedacht, dass 8 Wochen für den nächsten Service Termin viel ist.

In Wien sind es heute (24.07.2019) gerade ziemlich genau 5 Monate!!!

Tesla plant schon neue Service Center zu Öffnen (grau), die Frage ist wann werden sie geöffnet? Wenn sie denn mal fertig sind, wurden zwischenzeitlich wieder Zigtausend Fahrzeuge verkauft. Sind die selbst dann nicht zu wenige? Fragen über Fragen…

Zumindest sieht es so aus, als ob in Ulm ein Servicecenter geplant ist, so dass ich mir die Urlaubstage sparen könnte.

Update 26.07.2019:

Ich habe gestern das Fahrzeug abgeholt. Es wurde der Fahrerairbag ausgetauscht und wurde mehrere Tage privat von Tesla Mitarbeiter gefahren um festzustellen ob der Fehler noch auftritt.

Heute hat die Airbag Leuchte wieder geleuchtet. Bin gespannt, wann ich wieder einen Service Termin bekomme. Jetzt war es die dritte Reparatur und ich spiele mit den Gedanken das Fahrzeug zu wandeln.

Per Autoresponder kam jetzt die E-Mail, dass diese nicht mehr gelesen und bearbeitet werden. Jetzt ist es zumindest schwarz auf weiß, dass man sich E-Mails schreiben sparen kann.

Update 02.08.2019:

Jetzt ist mein Fahrzeug seit einer Woche im Service. Wie ist der aktuelle Stand? Ich kann ja weder anrufen noch eine E-Mail schreiben. Wir haben gestern überlegt, eine Woche nach Italien oder Kroatien zu fahren. Darf ich das mit dem Mietfahrzeug. Was wenn mein Fahrzeug morgen fertig ist? Muss ich es dann sofort abholen, obwohl ich im Urlaub bin? Fragen über Fragen. Bei einem “normalen” Händler, könnte ich kurz anrufen…

Update 02.08.2019 Nr.2:

Gerade habe ich auf Facebook gesehen, dass jemand bei Tesla in Stuttgart ist, wo mein Fahrzeug seit einer Woche zur 4. Airbagreparatur ist. Da ich nicht nach dem aktuellen Stand per Telefon oder E-Mail fragen kann, habe ich Martin Ulbrich gebeten, ob er jemand vom Service bitten kann mich anzurufen. Das scheint zu funktionieren. Das sind zwar sehr ungewöhnliche Methoden, aber so komme ich vielleicht an Infos, ob mein Fahrzeug bald fertig wird oder nicht.
Nochmal herzlichen Dank an Martin für die Unterstützung. Wir Tesla Fahrer müssen zusammenhalten 🙂

Update 21.08.2019

Mein Auto ist immer noch im Service

Update 29.08.2019

Ich hab heute endlich mein Auto nach 6 Wochen und 1 Tag bekommen. Das Airbagproblem wurde nicht behoben. Es ist wohl ein bekannter Softwarebug. Wann und ob er behoben wird, konnte man mir nicht sagen. Fakt ist: Würde ich heute mein Auto verkaufen wollen, wäre das ein bisschen schwer mit einer Airbaglampe, die regelmäßig leuchtet. Würde ich zum Tüv müssen, würde ich keine Plakette bekommen. Wenn das ein bekannter Software Bug ist, wieso war mein Fahrzeug dann 5 mal bei der Reparatur und nur heute fällt das auf? 

Really? 7 Urlaubstage kaputt gemacht. Über 6 Stunden in der Warteschleife. Etliche E-Mails für einen Softwarebug? 

Meine Heizung die hinten und im Fußraum nicht warm macht ist auch normal und es konnte kein Fehler gefunden werden. Dann freue ich mich schon mal auf den Winter und verwende wieder die warme Decke für meinen Sohn.

Zum Thema Kommunikation wird es wieder ganz Lustig. Solange man einen Termin hat, wird man per SMS hin und wieder kontaktiert und man kann so auch einige Dinge klären. Ist aber der Serviceauftrag abgeschlossen und man möchte einen Abholtermin ändern und man verspätet sich oder was auch immer, dann ist dieser Kanal wieder tot.

Update 04.03.2020

Türgriff reparatur + CCS upgrade

Da mein Türgriff kaputt gegangen ist, habe ich ein Termin in der Tesla App gemacht. Bis jetzt habe ich ja nur sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit den Service. Deswegen habe ich den Service Center von Stuttgart nach München gewechselt.

Ich muss sagen, ich bin begeistert. Ein Tesla Service Fahrzeug (sogenannte Ranger) kommen Nachhause oder in die Firma und reparieren einfache Dinge Vorort. Man muss dann nicht extra zum Service Center fahren. Die Anfahrt war kostenlos – ich weiß aber nicht ob das nach der Garantie auch so ist.

Das ganze ging schnell, zuverlässig und vor allem: Der Ranger hat nichts kaputt gemacht – das war bei mir schon mehrfach ein Problem…

Im gleichen Zug habe ich bei mir ein CCS Retrofit gemacht. Mit anderen Worten: ich kann jetzt mit meinem Tesla auch an fremde Schnellladesäulen laden. Das habe ich noch in meinem letzten Jahresbericht bemängelt.

Update 07.12.2020

Da das Service Center Stuttgart es nach 5 Reparaturversuche nicht geschafft hat das Airbag Problem zu beheben und das Fahrzeug auch noch mehrfach beschädigt hat (Endstufe, Wasserablauf, Kratzer in der Mittelkonsole) und mich auch noch belogen hat (Airbagproblem sei ein bekanntes Softwareproblem), habe ich das Servicecenter gewechselt und bin nach Kircheim / München.
Dort hat man den Fehler gefunden: 4 Kontakte am Leckstockhebel, den Service Center Stuttgart gewechselt hat waren verbogen…

Ich bin jetzt 20 Monate lang ohne funktionierende Airbags gefahren.

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Wieviel ist kostenloses Supercharging wert?

Aktuelle Fahrzeuge (Stand 07.2019) haben kein kostenloses Supercharging mehr. Müssen also für das Laden am Tesla-Supercharging Netz bezahlen. Doch was ist das überhaupt Wert? Es gibt ja viele, die behaupten, dass der Wert des Fahrzeugs drastisch steigt, wenn man ein Fahrzeug mit kostenlosem Supercharging wieder verkaufen möchte. Wobei man auch aufpassen muss! Mein Fahrzeug z.B. hat kostenloses Supercharging, ist aber an den Halter gebunden. Verkaufe ich es, dann muss der neue Besitzer fürs laden bezahlen.

Durch den Teslalogger kenne ich alle meine Ladungen und kann genau sagen, was mir das gebracht hat oder nicht.


Rechnet man die Superchargerladungen zusammen, dann sind das 447,3kWh. Von meinen aktuellen knapp 40.000km habe ich leider nur 20.000km geloggt. Insofern müssen wir den Wert verdoppeln: 895kWh. Aktuell kostet in Deutschland eine kWh am Supercharger 0,33€. Also eine Ersparnis von 295€ in 40.000 km oder 15 Monate. Oder 236€ / Jahr. Die typische Lebensdauer eines Fahrzeugs in Deutschland ist 12 Jahre. Macht also 2832€ aus.


Viele Model 3 Fahrer laden gar nicht bei Tesla, denn man kann z.B. als Maingau Kunde, so wie ich es bin für 15ct/kWh (Stand 07.2019) laden und man kann mit knapp 200kW anstatt 120kW laden. Schon ist die Ersparnis nicht mehr so groß: 1289€ in 12 Jahre.

Fazit:

 

In meinem Fall (30.000km / Jahr) ist das kostenlose Supercharging eine nette Sache, aber mehr auch nicht. Ich könnte damit 100€-200€ pro Jahr sparen. Natürlich ist mein Fall nicht auf alle übertragbar. Ich habe eine 9% Supercharger Nutzung. Laut Teslastatistiken sind es durchschnittlich 10%.

Natürlich wird es auch spezielle Fälle geben, wie z.B. Außendienstmitarbeiter, die ausschließlich Langstrecke fahren und nur am Supercharger laden. Dann müsste man sich das ganze nochmal durchrechnen. Aber für den Otto Normalverbraucher ist das keine Gelddruckmaschine wie viele Glauben.

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Sind Wasserstoff-Fahrzeuge die Zukunft?

Viele denken, dass Elektrofahrzeuge nur eine Übergangslösung sind und Wasserstroff-Fahrzeuge die Zukunft sind. Wieso?

  • Man kann in 3-5 Minuten Volltanken
  • Das vorhandene Tankstellennetz kann verwendet werden
  • Es ist Lokal emissionsfrei
  • Es kann CO2 Frei gefahren werden
  • über 600km Reichweite

Klingt verlockend, ist es aber wirklich so?

 

Volltanken

Die Werbung und Tests sagen, dass Wasserstoff-Fahrzeuge binnen 5 Minuten vollgetankt sind. Leider sieht die Realität ganz anders aus. Die 3 Minuten werden erreicht, wenn zuvor niemand getankt hat. Der Kompressor muss 700 Bar wieder aufbauen und das geht nicht mal eben binnen Sekunden. Deshalb werden bei Wasserstofftankstellen oft die Kapazität der Fahrzeuge pro Tag angegeben. Günstige Tankstellen um 1 Mio. € haben eine Kapazität von 40 Fahrzeuge pro Tag oder 4 Busse. Nimmt man einen Taschenrechner kommt man auf eine Wartezeit von 36 Minuten. Hat ein Bus zuvor getankt, dann beträgt die Wartezeit 360 Minuten.

Aktuell ist das Technisch machbare 200 Fahrzeuge / 20 Busse pro Tag mit Kryopumpen. So kommt man aber auch auf eine Wartezeit von 7,2 Minuten / 13 – 15 Minuten pro Tankvorgang.
Zum Vergleich: Ein Porsche Taycan ist auch in 15 Minuten auf 80% aufgeladen. Teslas Supercharger V3 kann mit 250kW laden. Wie schnell das in der Praxis sein wird müssen wir abwarten.

https://cleanenergypartnership.de/h2-infrastruktur/cep-tankstellen/

In Kalifornien / Santa Ana konnte ich mit einigen Toyota Mirai Besitzer unterhalten. Dort bekommt man zum Fahrzeug eine Tankkarte, mit der man kostenlos Wasserstoff tanken kann. Dementsprechend viele Fahrzeuge verwenden die Wasserstoff-Tankstellen. Zwischen 6 Uhr und 23 Uhr tankt man in ca. 20-30 Minuten. Ab Mitternacht geht das in 3-5 Minuten.

Tankstellennetz

In der Bevölkerung herrscht die Meinung, dass man das vorhandene Tankstellennetz einfach auf Wasserstoff umbauen kann, so dass man innerhalb kürzester Zeit tausende Wasserstoff-Tankstellen aufsuchen kann. Man nimmt quasi einen Benzintank und füllt einfach Wasserstoff rein. Leider ist das nicht ganz so einfach.
Wasserstoff ist das chemische Element mit der geringsten Atommasse und kann so durch alle Materialien diffusieren. Mit anderen Worten: Füllt man es in einem Stahltank, ist es nach einer gewissen Zeit einfach weg. Hinzu kommt, dass Wasserstoff für Fahrzeuge auf 700 Bar komprimiert wird. Da kann man dann nicht einfach ein Benzintank nehmen, der nicht auf hohe Drücke ausgelegt ist.

Fazit: Das aktuelle Tankstellennetz ist für Wasserstoff weder von Vorteil noch von Nachteil.

Emissionen

Wasserstoff kann durch Elektrolyse von Strom durch Windkraft und Photovoltaik CO2 arm hergestellt werden. Gleichzeitig eremitiert ein Wasserstoffauto nur Wasser. Im Prinzip also Perfekt. Da man aber unseren Strom nicht schönrechnen darf, müssen wir wie beim Elektroauto auch hier den Strommix nehmen.
Man benötigt 55kWh Strom um 1 kg Wasserstoff herzustellen. Mit den Strommix von 2018 sind wir dann bei 55kWh x 518g CO2= 28,49kg CO2. Der Toyota Mirai verbraucht ca 1 – 1,5 kg / 100km. Also ca 30kg CO2 / 100 km. Zum Vergleich: 6 Liter Diesel verbrennen zu 15,8 kg CO2. Aktuell emittiert also ein Wasserstofffahrzeug nahezu doppelt so viel CO2 wie ein Dieselfahrzeug.

Aktuell wird Wasserstoff zu 80%-90% je nach Quelle durch Dampfreformierung hergestellt. Dazu wird Erdgas mit einem Wirkungsgrad von 60-70% in Wasserstoff umgewandelt. Sinnvoller ist es dann gleich ein Erdgasfahrzeug zu fahren, denn dann verschwendet man nicht 30-40% an Energie.

Preis

1kg Wasserstoff wird aktuell (05.2019) für Subventionierte 9,90€ / kg Verkauft. Somit kommt man auf ca 13€ / 100km. Einen Diesel fährt man bei 1,30€ / Liter und 6 Liter verbrauch auf 7,80€ / 100km.

Das die Subventionen nicht unendlich lange gehen, sollte klar sein. Aber mit welchen kosten hat man zu rechnen?

Wie schon gesagt, benötigt man 55kWh um 1kg Wasserstoff herzustellen. Bei einem Strompreis von 0,30€ / kWh kommen wir auf 16,50€ Energiekosten pro kg Wasserstoff.
Eine Tankstelle kostet ca 1 Mio Eur. Will man diese auf 20 Jahre abschreiben, dann sind das 137€ / Tag. Bei 50 Tankungen pro Tag muss man 2,25€ pro Takungen aufschlagen. Der Betreiber muss dann auch noch für Wartung / TÜV einen Aufschlag kalkulieren und er muss auch noch einen Gewinn aufschlagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man unter 25€ / 100 km ohne Subventionen realisieren kann. Eher wird es bedeutend mehr.

Fazit

Alle Vorteile gegenüber Elektrofahrzeuge sind beim genauen Hinschauen eher nachteilig. Also wird sich das Wasserstoff-Fahrzeug nicht durchsetzen?
Meiner Meinung nach wird sich das Wasserstoff-Fahrzeug erst in 15-25 Jahre durchsetzen, wenn man ein paar Annahmen trifft:

Wenn wir von Atomkraft und Kohle aussteigen wollen und nicht mit Gaskraftwerke das ganze kompensieren wollen, dann müssen wir massiv in Windkraft und Photovoltaik investieren. Das wiederum führt dazu, das wir viel zu viel Strom von April bis Oktober produzieren, so dass es zum negativen Strompreis kommen wird. An Sonnenreiche Sonntagen mit viel Wind haben wir jetzt schon regelmäßig negative Strompreise. Hinzu kommt, dass wir zu wenige Pumpspeicher haben und kaum Pumpspeicher hinzugebaut werden, obwohl wir dringend so viele wie möglich brauchen für die Energiewende. Gasspeicher haben wir aber mehr als genug.
Die Idee ist, den Strom mittags nicht mehr zu verschenken oder sogar Geld zu bezahlen um ihn zu “entsorgen”, sondern man produziert einfach Wasserstoff. Dann ist es auch nicht mehr so schlimm, dass ein Wasserstoff-Auto 3 mal mehr Energie braucht als ein Elektroauto. LKWs, Wohnwagen, Busse lassen sich dann mit Wasserstoff sorgenfreier fahren. Einfache PKWs werden aber aus Effizienzgründen mit Akkus betrieben. Denn Effizienz ist ein wichtiger Punkt in der Energiewende.

Wird aber Gas unsere Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke ersetzen, was ich leider glauben muss, dann wird das Wasserstoff-Fahrzeug keine Chance auf den Markt haben. Dafür sind die laufenden Kosten viel zu hoch.

Realität

Als ich in Los Angeles war, habe ich beim Wasserstoff Tanken zugeschaut und einem Toyota Mirai Besitzer ausgefragt und hab mich auch auf Facebook mit ihm “befreundet”. Hin und wieder chatten wir auch miteinander und er erzählt mir von seinen Erfahrungen, die ich hier auch weitergeben möchte. Erstmal muss man sagen, dass das Wasserstoffnetz in Los Angeles hervorragend ist. Die sind um einiges weiter. Wieso?

Los Angeles hat mit extremen Verkehr und damit mit extremer Luftverschmutzung zu kämpfen. 14 Spuren Auf der Interstate 10 sprechen für sich. Um die Luftverschmutzung zu bekämpfen hat Kalifornien die strengsten Abgasregeln in USA. Hinzu kommt, dass saubere Fahrzeuge gefördert werden. Z.b. gibt’s bis zu 7500$ Steuererleichterungen, die Benutzung von HOV Spuren, so dass man mit einem Elektroauto deutlich schneller vorankommt. Ein Wasserstofffahrzeug ist dort als Elektroauto eingestuft, da es die Innenstadt nicht verpestet.

Aber wieso sind Wasserstofffahrzeuge dort so beliebt? Weil sie quasi verschenkt werden.

Ein Toyota Mirai kostet im Leasing: $389 * 36 Monate + $2499= $16.503
Man erhält eine Tankkarte in Wert von $15.000 und bekommt bis zu $5000 Rabatt + $7500 Steuererleichterungen.
Das Fahrzeug kostet eigentlich nichts.

Ganz ehrlich? Ich würde das Angebot sofort annehmen. Günstiger kann man kaum ein neues Auto fahren. Trotzdem möchte mein Freund so schnell wie möglich von seinem Leasing-Vertrag raus. Aber wieso?
Wie oben schon erwähnt, ist es nur in der Theorie, dass man in 3 Minuten Tanken kann. Sobald die Tankstelle von mehreren Fahrzeuge oder sogar Busse hintereinander angefahren werden, braucht die Betankung länger und länger. 20-45 Minuten sind zur Rushhour keine Seltenheit.
Wenn 4 Mirai’s vor einem warten, dann ist man vor 2 Stunden auf keinen Fall wieder weg. Das ist die Praxis.

Hinzu kommt, dass gerade bei der großen Abgabe von Wasserstoff der Zapfhahn eingefriert. Das Ding bleibt am Fahrzeug kleben und man muss warten, bis er wieder warm wird. In Kalifornien geht das Gott sei dank schneller als in Deutschland. Trotzdem kann das 10-20 Minuten dauern, bis man wieder den Zapfhahn entfernen kann. Ich glaube es ist jedem klar, dass man da nicht mit einem Feuerzeug versuchen sollte der Vereisung entgegenzuwirken.

Die Betreiber der Tankstellen sagen dazu:

Can you explain the frozen nozzle problem?

Hydrogen is cooled to -40°C so it can be quickly dispensed. Cold hydrogen turns moisture in the air into frost on the nozzle and receptacle. Sometimes the frost becomes ice—particularity after back-to-back fuelings—and the cold metal of the nozzle latching mechanism freezes.

WEH, the company that manufactures most nozzles, is working with automakers and station developers to engineer a solution and Air Products recently tested a new nozzle made by Walther at the UC Irvine station. Other manufacturers are starting to produce hydrogen nozzles as well. Station developers will implement fixes or new nozzles once they’ve proven to withstand freezing.

In the meantime, before you fuel give the nozzle a shake to dislodge any water that might be between the “teeth” inside the nozzle. If it does freeze to the car, don’t pour water on it or twist it back and forth to try to force it off the car. You may have to wait a few minutes for the temperature of the nozzle to warm up enough to remove it from the receptacle.

Siehe: https://cafcp.org/blog/october-2017-hydrogen-station-update-webinar-questions-answers

Durch die hohe Nachfrage an Wasserstoff an einer Tankstelle, kann der Gegendruck und die Temperatur auch nicht so schnell wieder angeglichen werden, so dass man auch nicht Volltanken kann. Oft ist es so, dass wenn die Tanks nahezu leer sind, man das Fahrzeug bestenfalls halb vollladen kann. Danach kämpft der Kompressor. Die meisten geben dann auf, weil man kein “tanken” mehr beobachten kann. Die Abgabe bleibt stehen, würde man aber 20 Minuten warten, dann hätte man vielleicht noch Volltanken können.

 

Da Wasserstofftanken zu einer Herausforderung wurde, hat man sich im Zeitalter des Internets vernetzt und es entstand eine Whatsapp Gruppe, wo man sich gegenseitig Hilft. Klingt im ersten Augenblick super. Wenn es an einer Tankstelle (Zeitweise) die oben genannte Probleme gibt, verbreitet sich das sofort und die Fahrer wissen, da brauch ich gar nicht hinfahren. Tankt jemand erfolgreich, zieht das gleich etliche andere Fahrer an und es entsteht ein neues Problem. Eine Tankstelle, die normalerweise wenig liefern musste, wird jetzt durch die Whatsappgruppe sehr stark belastet und die ganze Planung der Tankfahrzeuge geht durcheinander und so kommt es, dass regelmäßig Tankstellen ohne Wasserstoff da stehen. Am nächsten Tag werden sie zwar beliefert, aber dann geht kein Mensch mehr hin, da man ja schon weiß, dass die Tankstelle kein Wasserstoff mehr hat. Das ist ein Teufelskreis.

Das alles sind mit Sicherheit Probleme, die man früher oder später in Griff bekommt. Aber in genau den selben Problemen werden wir uns wiederfinden, wenn bei uns Wasserstofffahrzeuge zum Alltag werden. Die ersten werden sehr leiden müssen.

Als Abschluss noch: 2 Stunden warten auf tanken 🙂

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