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Tesla Service zwischen Theorie und Praxis

Tesla ist soweit ich weiß ist Tesla der einzige Hersteller, dessen Fahrzeuge nicht zwingend zum Service müssen ohne Ihre Gewährleistungsansprüche zu Verlieren. Diesen Schritt musste man wohl gehen um die Service Center zu entlasten. Natürlich wird der eine oder andere sagen: „Ja, aber die Bremsflüssigkeit“. Bremsflüssigkeitstauschen ist ein Relikt aus den 80er. Heutzutage ist es nahezu ausgeschlossen, dass die Bremsflüssigkeit Wasser anzieht. Alle Komponenten sind schon lange so ausgeführt, dass Wasser nicht durch diffuseren kann. Mein Oldtimer hat die Bremsflüssigkeit jetzt schon 15 Jahre drin. Ich Teste sie jedes Jahr mit einem Messgerät und der Wassergehalt ist immer noch unter 1%. Und selbst wenn da was nicht stimmen würde. Spätestens beim TÜV würde das rauskommen.

Die Realität sieht trotzdem anders aus:

Ein Elektroauto hat zwar deutlich weniger (Verschleiß-)Teile, die kaputtgehen können, aber früher oder später muss auch mal ein Tesla in die Werkstatt. Und hier kommen wir zum eigentlichen Problem.

Die Verkaufszahlen sind nach oben explodiert. In einige Länder, ist sogar das Model 3 das meist verkaufte Fahrzeug. Hinzu kommt, dass die ersten Auslieferungen nicht perfekt waren. Da fehlten Ladekabel, Heckspoiler wurden bei Performance Modelle vergessen, Lackschäden usw…

Gleichzeitig hat man die Anzahl der Service Center nicht vergrößert.

Was das bedeutet, kann man in meinem Fall sehen.

In April hat bei mir die Airbag Leuchte angefangen zu leuchten. Laut Tesla-Benutzerhandbuch soll ich das Auto sofort abstellen und zum Tesla Service abschleppen lassen. Ein Anruf bei der Tesla Hotline mit 65 Minuten in der langweiligen Warteschleife, führte zu einem Termin in 2 Monate. Nach langem diskutieren konnte ich einen Termin für Mitte Mai aushandeln.

Angekommen im Service Center, sagte man mir, dass der Termin nur zur Diagnose sei. Man müsse schließlich Ersatzteile besorgen. Das Service Center ist zwar nur 135km entfernt, aber dank Stuttgart 21 Baustellen, brauche ich dafür mindestens 2-3 Stunden und das Ganze nochmal zurück… Insofern bedeutet ein Besuch beim Service Center einen Urlaubstag weniger. Man stellte fest, dass wohl das Airbag Steuergerät defekt sei und hat mich mit einem Leihwagen nachhause geschickt. Ein paar Tage später konnte ich mein Fahrzeug wieder abholen. Leider stellte sich heraus, dass die Airbag Leuchte direkt vor dem Verlassen des Tesla Grundstücks wieder angegangen ist. Das kann schon mal passieren. Also habe ich das Fahrzeug wieder dagelassen und bin mit dem Leihwagen wieder nachhause. Mein Urlaubskonto ist wieder um einen Tag geschrumpft… Ich habe eingewilligt, dass man mit meinem Tesla auch Privat fahren darf, damit man das Fahrzeug beobachten kann.

Ein paar Tage später war mein Fahrzeug fertig und mein Urlaubskonto hat sich auch geschmälert.  Der Lenkstockhebel und ein Mantelrohr waren vermutlich auch noch defekt.

Leider fängt jetzt die traurige Geschichte erst richtig an.

Zwei Tage später und zwei Tage vor meinem Urlaub nach Italien fing die Airbag Leuchte wieder an zu leuchten. Ich habe daraufhin eine E-Mail an das Service Center verschickt mit der bitte um Rückruf, da ich mir 60 Minuten in der Warteschleife der Hotline ersparen wollte. Nachdem ein Tag später keine Reaktion kam, habe ich dann doch die Hotline angerufen und 55 Minuten in der Warteschleife verbracht. Die konnten leider auch nur eine E-Mail an das Service Center schicken, die keine Reaktion hervorbrachte. Also bin ich ohne funktionierende Airbags nach Italien gefahren. Nach meinem Urlaub habe ich mehrere Emails und Telefonate mit der Hotline hinter mir gebracht. Ohne Reaktion. Ein Hotline Mitarbeiter gab mir den Tipp meinen Fall an ServiceHelpEU@tesla.com zu eskalieren. Auch das führe zu keiner Reaktion.

Nach Recherche in Foren und Facebook, gab man mir den Tipp Online oder per Tesla App einen Termin zu buchen. Der wäre zwar in 2 Monate, aber da ich ja schon etliche Wochen ohne funktionierende Airbags fahre, kommt es auf weitere 8 Wochen auch nicht an. Aber auch das endete in einer Sackgasse. Die App und Online führten nur zu Fehlermeldungen.

Die einzige Möglichkeit zur Kommunikation mit Tesla, die noch bleibt ist der Chat in USA. Dazu muss man auf der Homepage das Land ändern und dann kann man mit einer Person in USA chatten. Nach über einer Stunde warten, habe ich es aufgegeben.

Ich habe schließlich auf Facebook gefragt, wie um alles in der Welt ich jemand bei Tesla erreichen kann. Hinfahren kommt nicht in Frage. Erstens würde das nochmal einen Tag Urlaub kosten und zweitens würde ich ohne Termin sowieso nicht bedient werden, wenn schon ein Termin nur zur Diagnose ist und nicht zur Reparatur. Die Diskussion endete in 159 Kommentare. Viele Teslafahrer halten wohl zusammen und einige, die in der Nähe vom Service Center wohnen, haben sich angeboten rüberzufahren und die Mitarbeiter bitten mich zurückzurufen. Und man kann es kaum glauben: Am nächsten Tag hat sich ein Mitarbeiter bei mir gemeldet und wir haben für ein paar Tage später einen Termin ausgemacht. Auch dieser kostet mich mal wieder einen Urlaubstag…

Im Servicecenter wurden meine Vermutungen bestätigt:

  • E-Mails werden kaum noch gelesen. Bei durchschnittlich 900 E-Mails am Tag einschließlich Sonntag, kann man diese Flut kaum bewältigen.
  • Direkt kann man die Service Center nicht mehr erreichen. Alle Anrufe werden umgeleitet
  • Termine in der App kann man nur für 60 Tage im Voraus buchen. Danach kommt eine Fehlermeldung. Vermutlich versucht man so nicht dringende Service-Termine zu verhindern.

Die Mitarbeiter im Service Center sind alle hoch Motiviert und Freundlich, aber die Anzahl der verkauften Fahrzeuge passt nicht zur Anzahl der verfügbaren Service Center.

Wenn schon E-Mails nicht mehr bearbeitet werden können, dann sollte man einen Autoresponder einrichten und dem Kunden klarmachen, dass er auf die E-Mail keine Reaktion erwarten soll.

In Foren und Facebook sagen schon Tesla Besitzer, dass sie vorsorglich Termine gebucht haben, falls mal was sein sollte. So kann man das System auch kaputt machen.

Das beste Auto der Welt (aus meiner Sicht) ist gepaart mit den schlechtesten Service der Welt. Vergleiche ich den Service von meinen zwei letzten Fahrzeugen (Maserati & Jaguar), dann sind da Welten dazwischen. Da ruft man Sonntag bei der Hotline an und muss nicht in der Warteschleife einschlafen. Am nächsten Tag bringt ein Rentner oder Azubi einen gleichwertigen Leihwagen vor die Haustüre und nimmt das defekte Auto mit. Keine Urlaubstage gehen verloren! Sowohl der Maserati als auch der Jaguar waren günstiger als mein Tesla! Genau das erwarte ich und nicht weniger.

Meine Frau hat sich ein Model 3 Short Range gewünscht. Nach meiner Erfahrung mit dem Service, wollen wir uns das nicht antun. Was wenn beide Fahrzeuge gleichzeitig kaputt sind?

In 1,5 Jahre werde ich ein neues Fahrzeug kaufen. Wenn der Tesla Service nicht um Lichtjahre besser wird, dann werde ich mir den Porsche Taycan anschauen. Stellt sich heraus, dass das doch kein „Tesla Killer“ wird, dann werde ich wohl oder übel wieder einen Verbrenner fahren. Sowas tue ich mir nicht nochmal an.

Die ständigen Nachrichten in der Presse, dass Tesla morgen pleite ist, sind sowas von langweilig. Geld gibt’s genug auf der Welt. Man muss es sich nur holen und Elon Musk weiß, wie man Investoren ködern kann. Aber: wenn der Service nicht besser wird, wird sich das rumsprechen und das kann dann Tesla wirklich Kopf und Kragen kosten.

Wer jetzt denkt, dass das ein trauriger Einzelfall ist, der hat sich geirrt. In Dezember habe ich festgestellt, dass im Fußraum und hinten keine warme Luft kommt. Damals konnte man noch direkt beim Service Center anrufen. Leider habe ich erst für März einen Service Termin bekommen. In März konnte man den Fehler nicht reproduzieren, so dass der Fehler vermutlich immer noch vorhanden ist. Mein 3-Jähriger Sohn ist dann immer in Wolldecke mitgefahren…

Eigentlich müsste ich jetzt im Hochsommer vorsorglich für Dezember einen Service Termin ausmachen um die Heizung checken zu lassen.

Ich habe gedacht, dass 8 Wochen für den nächsten Service Termin viel ist.

In Wien sind es heute (24.07.2019) gerade ziemlich genau 5 Monate!!!

Tesla plant schon neue Service Center zu Öffnen (grau), die Frage ist wann werden sie geöffnet? Wenn sie denn mal fertig sind, wurden zwischenzeitlich wieder Zigtausend Fahrzeuge verkauft. Sind die selbst dann nicht zu wenige? Fragen über Fragen…

Zumindest sieht es so aus, als ob in Ulm ein Servicecenter geplant ist, so dass ich mir die Urlaubstage sparen könnte.

Update 26.07.2019:

Ich habe gestern das Fahrzeug abgeholt. Es wurde der Fahrerairbag ausgetauscht und wurde mehrere Tage privat von Tesla Mitarbeiter gefahren um festzustellen ob der Fehler noch auftritt.

Heute hat die Airbag Leuchte wieder geleuchtet. Bin gespannt, wann ich wieder einen Service Termin bekomme. Jetzt war es die dritte Reparatur und ich spiele mit den Gedanken das Fahrzeug zu wandeln.

Per Autoresponder kam jetzt die E-Mail, dass diese nicht mehr gelesen und bearbeitet werden. Jetzt ist es zumindest schwarz auf weiß, dass man sich E-Mails schreiben sparen kann.

Update 02.08.2019:

Jetzt ist mein Fahrzeug seit einer Woche im Service. Wie ist der aktuelle Stand? Ich kann ja weder anrufen noch eine E-Mail schreiben. Wir haben gestern überlegt, eine Woche nach Italien oder Kroatien zu fahren. Darf ich das mit dem Mietfahrzeug. Was wenn mein Fahrzeug morgen fertig ist? Muss ich es dann sofort abholen, obwohl ich im Urlaub bin? Fragen über Fragen. Bei einem “normalen” Händler, könnte ich kurz anrufen…

Update 02.08.2019 Nr.2:

Gerade habe ich auf Facebook gesehen, dass jemand bei Tesla in Stuttgart ist, wo mein Fahrzeug seit einer Woche zur 4. Airbagreparatur ist. Da ich nicht nach dem aktuellen Stand per Telefon oder E-Mail fragen kann, habe ich Martin Ulbrich gebeten, ob er jemand vom Service bitten kann mich anzurufen. Das scheint zu funktionieren. Das sind zwar sehr ungewöhnliche Methoden, aber so komme ich vielleicht an Infos, ob mein Fahrzeug bald fertig wird oder nicht.
Nochmal herzlichen Dank an Martin für die Unterstützung. Wir Tesla Fahrer müssen zusammenhalten 🙂

Update 21.08.2019

Mein Auto ist immer noch im Service

Update 29.08.2019

Ich hab heute endlich mein Auto nach 6 Wochen und 1 Tag bekommen. Das Airbagproblem wurde nicht behoben. Es ist wohl ein bekannter Softwarebug. Wann und ob er behoben wird, konnte man mir nicht sagen. Fakt ist: Würde ich heute mein Auto verkaufen wollen, wäre das ein bisschen schwer mit einer Airbaglampe, die regelmäßig leuchtet. Würde ich zum Tüv müssen, würde ich keine Plakette bekommen. Wenn das ein bekannter Software Bug ist, wieso war mein Fahrzeug dann 5 mal bei der Reparatur und nur heute fällt das auf? 

Really? 7 Urlaubstage kaputt gemacht. Über 6 Stunden in der Warteschleife. Etliche E-Mails für einen Softwarebug? 

Meine Heizung die hinten und im Fußraum nicht warm macht ist auch normal und es konnte kein Fehler gefunden werden. Dann freue ich mich schon mal auf den Winter und verwende wieder die warme Decke für meinen Sohn.

Zum Thema Kommunikation wird es wieder ganz Lustig. Solange man einen Termin hat, wird man per SMS hin und wieder kontaktiert und man kann so auch einige Dinge klären. Ist aber der Serviceauftrag abgeschlossen und man möchte einen Abholtermin ändern und man verspätet sich oder was auch immer, dann ist dieser Kanal wieder tot.

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Wieviel ist kostenloses Supercharging wert?

Aktuelle Fahrzeuge (Stand 07.2019) haben kein kostenloses Supercharging mehr. Müssen also für das Laden am Tesla-Supercharging Netz bezahlen. Doch was ist das überhaupt Wert? Es gibt ja viele, die behaupten, dass der Wert des Fahrzeugs drastisch steigt, wenn man ein Fahrzeug mit kostenlosem Supercharging wieder verkaufen möchte. Wobei man auch aufpassen muss! Mein Fahrzeug z.B. hat kostenloses Supercharging, ist aber an den Halter gebunden. Verkaufe ich es, dann muss der neue Besitzer fürs laden bezahlen.

Durch den Teslalogger kenne ich alle meine Ladungen und kann genau sagen, was mir das gebracht hat oder nicht.


Rechnet man die Superchargerladungen zusammen, dann sind das 447,3kWh. Von meinen aktuellen knapp 40.000km habe ich leider nur 20.000km geloggt. Insofern müssen wir den Wert verdoppeln: 895kWh. Aktuell kostet in Deutschland eine kWh am Supercharger 0,33€. Also eine Ersparnis von 295€ in 40.000 km oder 15 Monate. Oder 236€ / Jahr. Die typische Lebensdauer eines Fahrzeugs in Deutschland ist 12 Jahre. Macht also 2832€ aus.


Viele Model 3 Fahrer laden gar nicht bei Tesla, denn man kann z.B. als Maingau Kunde, so wie ich es bin für 15ct/kWh (Stand 07.2019) laden und man kann mit knapp 200kW anstatt 120kW laden. Schon ist die Ersparnis nicht mehr so groß: 1289€ in 12 Jahre.

Fazit:

In meinem Fall (30.000km / Jahr) ist das kostenlose Supercharging eine nette Sache, aber mehr auch nicht. Ich könnte damit 100€-200€ pro Jahr sparen. Natürlich ist mein Fall nicht auf alle übertragbar. Ich habe eine 9% Supercharger Nutzung. Laut Teslastatistiken sind es durchschnittlich 10%.

Natürlich wird es auch spezielle Fälle geben, wie z.B. Außendienstmitarbeiter, die ausschließlich Langstrecke fahren und nur am Supercharger laden. Dann müsste man sich das ganze nochmal durchrechnen. Aber für den Otto Normalverbraucher ist das keine Gelddruckmaschine wie viele Glauben.

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Tesla Model S Erfahrung nach 12 Monate / 29.169km

Ich habe schon zwei Erfahrungsberichte über meinen Tesla geschrieben. Jetzt kommt einer nach einem Jahr. Hier kommen die ganzen positiven und negativen Punkte und natürlich wie das Fahrzeug sich durch den Winter schlägt.

Was gefällt mir am meisten?

Die Fahrdynamik.
Kein Fahrzeug, dass ich vorher gefahren bin, hatte so eine Fahrdynamik. Die Beschleunigung verzaubert mir heute noch täglich ein Grinsen im Gesicht und sie ist sofort da. Verbrenner können das zwar auch so schnell, aber sie brauchen eine Launch Conrol und müssen im Sportmodus sein. Ein Porsche im Leerlauf hat keine Chance neben einem Tesla. Bis er die perfekte Drehzahl erreicht hat, der Turbolader den notwendigen Druck aufgebaut hat und der Gang eingelegt wurde, ist ein Tesla schon lange weg.

Die Ruhe
Es ist so schön entspannend nach einem langen Arbeitstag in einem Fahrzeug zu steigen, dass einfach kein Krach macht und man kann den Klang der Soundanlage genießen. Auch auf lange Strecken ist das richtig genial.

Keine Vibrationen / Ruckeln
Da Elektrofahrzeuge kein Getriebe und Kupplungen haben, fährt es von 0-250 km/h in einem Gang und das Ruckelfrei. Auch die typischen Vibrationen gibt es nicht. Vor allem die nervige Abschaltautomatik an der Ampel nerven mich bei Verbrenner sehr.

Autopilot
Der Autopilot mit seinen 8 Kameras, Radar und Ultraschallsensoren ist aktuell für Teilautonomes Fahren optimiert und kann perfekt für Autobahnfahrten und sehr gut für Bundesstraßen verwendet werden. Ich bin von Ulm bis nach Pisa / Italien nahezu 99% mit Autopilot gefahren und verwende es täglich. Das ist super entspannend und man sieht als Fahrer mehr von der Landschaft und ist ein riesen Sicherheitsgewinn.

Modern und Hightech
Schaut man sich den Innenraum an, dann wird man 2 Schalter finden (Warnblinker + Handschuhfach). Alles andere wird über den riesen Großen Display gesteuert. Dort gibt es eine spezielle Google Maps Navigation, kostenloses Spotify und TuneIn Webradio mit 120.000 Radiosender Weltweit. So kann ich auch meinen Lieblings Radiosender in Los Angeles hören obwohl ich in Deutschland wohne. Es ist ein Webbrowser eingebaut, mit den man Surfen kann – leider ohne Videos. Das alles Europaweit und kostenlos. Die Simkarte/Internet ist im Fahrzeugpreis inbegriffen.
Auch die App ist richtig cool. Man kann damit emis­si­ons­frei vorheizen oder im Sommer vorkühlen. Man kann das Fahrzeug in oder aus der Garage / Parklücken raus fahren lassen und es macht über die App sogar das Garagentor auf und zu. Man kann sehen, wo das Auto gerade ist, falls man vergessen hat, wo man geparkt hat und man kann den Ladestand sehen. Was auch ganz nützlich ist, man kann mit der APP das Fahrzeug auch aufschließen und per Fingerabdruck fahren. Man muss also nicht den Schlüssel immer mitnehmen.

Tesla Supercharger
Das Ladenetz ist an Genialität kaum zu überbieten. Es ist super zuverlässig, schnell, perfekt geplant und man braucht keine RFID Karten, Kreditkarten oder eine App zum freischalten. Einstecken und nach einer Sekunde geht es los. Ich habe mal gesehen, wie ein eGolf Fahrer ewig gebraucht hat um seine Ladesäule freizuschalten. In der Zwischenzeit habe ich einiges schon geladen. Hätte es geregnet, wäre der eGolf Fahrer ziemlich nass gewesen.

Umweltgedanke
Erst jetzt kommt der Umweltgedanke. Ich werde mit einem Elektroauto mit Sicherheit nicht die Welt retten, aber ich kann meinen Beitrag dafür leisten. Dass es mir Wichtig ist, merkt man, dass ich bewusst umweltfreundlich denke. Unser Haus ist in Passivbauweise gebaut mit 90% Wärmerückgewinnung und Erdwärme + Wärmepumpe. Wir haben eine Photovoltaikanlage mit 14,7kWh Batteriespeicher und sind von März bis Oktober 100% Autark.

Geringe laufende Kosten
Die Ausgaben werden unten komplett aufgeführt.

Verarbeitungsqualität
Auch wenn das jetzt unglaubwürdig klingt, weil man oft in der Presse von sehr schlechter Verarbeitung liest. Mein Tesla Bj 2018 ist perfekt verarbeitet. Alle Spaltmaße und Chromleisten sind perfekt. Alles passt. Nichts klappert oder macht Geräusche. Es werden hochwertige Materialien wie Carbon, Aluminium, Chrom und Alcantara verwendet. Ich lade jeden gerne ein nach Fehler in der Verarbeitung an meinem Fahrzeug zu suchen. Ihr werdet keine finden. Da muss man schon mit der Lupe schauen…
Das einzige, was wirklich schlecht ist, sind die Fußmatten. Das kann man hochwertiger machen. Vielleicht denkt Tesla, dass da sowieso nur die dreckigen Schuhe drauf liegen, aber das passt einfach nicht zur Verarbeitungsqualität vom ganzen Auto.
Ich vermute, dass die Fahrzeuge, die nach 2017 gebaut wurden in der Verarbeitung deutlich besser geworden sind, nachdem Tesla den Manager der Produktion von Audi abgeworben hat.
Ich hatte für eine Woche einen alten Tesla von 2016. Da war alles schief und krumm. Alles hat irgendwelche Geräusche gemacht. Die Chromleisten hat vermutlich ein Blinder angeschraubt. Insofern ist die schlechte Verarbeitungsqualität keine Lüge, sondern bezogen auf die Anfänge von Tesla.

Over the Air Updates
Teslas bekommen alle 2 – 4 Wochen ein Softwareupdate mit neuen Features und Bugfixes. Im letzten Jahr kamen so diverse Features hinzu:
Dashcam, komplett neue Navigation, komplett neue und modernere Bedienoberfläche. Autopilot wird von Version zu Version besser. Es gibt jetzt einen Innenraum-Überhitzungsschutz, so dass man Babys und Hunde im Auto lassen kann. usw…

Kofferraum
Durch das Fehlen eines 60-90 Liter Benzintank, ist der Kofferraum gigantisch. Ein Audi A7, der von der Größe sich mit einem Tesla vergleichen kann, hat 535 Liter Kofferraumvolumen. Ein Tesla hat 745 Liter. Und das ist noch nicht alles! Da er im Motorraum kein Motor hat, ist dort ein zusätzlicher Kofferraum mit 150Liter. Das sind insgesamt 895 Liter und somit 41% mehr als ein vergleichbarer Audi A7.

Weniger Zeitverschwendung durch Tanken
Der typische Verbrennerfahrer denkt, wir Fahrer von Elektrofahrzeuge stehen Stundenlang an Ladesäulen und starren sie an. Dabei machen wir unsere wertvolle Lebenszeit kaputt. Die Realität sieht so aus, dass wir zum Laden 5 Sekunden benötigen. Das ist einfach in der Garage oder am Parkplatz kurz Einstecken und der darf dann über Nacht in der Garage vollladen oder man geht in der Zwischenzeit 8 Stunden lang arbeiten. Letztendlich braucht man nur für Stecken über 300km ein bisschen Zeit. Mit anderen Worten: früher habe ich 3 – 4 mal im Monat tanken müssen. Das hat mich 15-20 Minuten gekostet. Heute muss ich ca 8 mal im Monat den Stecker reinstecken. Das kostet mich dann im Monat insgesamt weniger als eine Minute.

3 vollwertige Sitze hinten
Da Elektroautos keinen Mitteltunnel haben für Getriebe, Kardanwelle, Abgasanlage und ähnliches, hat man hinten einen komplett flachen Boden und so hinten 3 vollwertige Sitze. Hinzu kommt, dass er knapp 10cm breiter ist als ein vergleichbarer Audi A7. Wir sind zu fünft nach Kroatien gefahren und niemand hat sich eingeengt gefühlt. Durch den großen Kofferraum sogar perfekt für einen Familienurlaub.

Was gefällt mir nicht an Tesla?

Over the Air Updates
Wie jetzt? Ich nenne die OTA Updates als positiven Punkt auf und gleichzeitig als ersten negativen? Ja. Leider ist das so. Da Tesla jederzeit die Möglichkeit hat Bugs (Fehler) zu beheben, scheint mir, dass sie es mit der Qualitätssicherung der Software nicht so sehr ernst nehmen. Es werden also 2 Fehler behoben und 2 neue gemacht. Manchmal ist das echt frustrierend. Es gab z.B. mal einen Bug, mit dem man die Alarmanlage nicht deaktivieren konnte. Mein Kind hat im Auto geschlafen und auf einmal geht die Alarmanlage an. Das ist extrem ärgerlich.

Ausstattung
In der Preisklasse fehlen einfach Ausstattungsoptionen. Z.B. gibt es kein “Rear Seat Entertainment” – also Fernseher in den Kopfstützen. Es gibt auch kein Matrix Licht. Keine Verdunkelte Scheiben – die musste ich nachträglich verdunkeln lassen. Es gibt keine 360° Kamera. Die soll aber mit einem update noch kommen. Belüftete Sitze oder Massage Sitze kann man auch nicht bestellen.

CCS Ladebuchse
In Europa wurde die große CCS Stecker beschlossen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist möchte ich nicht kommentieren. Die Meinungen gehen weit auseinander und es gibt sogar Verschwörungstheorien. In meinem Model S ist noch ein Typ2-Stecker verbaut. So kann ich nicht an CCS-Schnellladesäulen laden und bin auf Teslas Supercharger angewiesen. Das Model 3 wird in Europa mit CCS ausgeliefert und es soll für ältere Teslas einen CCS Adapter geben und neuere Model S / X werden mit so einem Adapter ausgeliefert. Da die Europäische Richtlinie 2014/94/EU am 22.Okt.2014 beschlossen wurde, verstehe ich nicht, wieso Tesla so lange braucht um CCS in Fahrzeuge zu Implementieren.
Was hat das für mich für Auswirkungen?
Würde ich z.B. nach Osteuropa fahren wollen, wie z.B. nach Rumänien, Bulgarien, Serbien, Türkei oder Griechenland, würde ich stand heute (03.2018) mit Supercharger dort nicht hinkommen sie sind aber geplant. Mit CCS könnte ich ohne Probleme bis ans Schwarze Meer fahren und Schnelllader verwenden.

Winter

Man hört Regelmäßig Horrorgeschichten über Elektroautos im Winter, dass man im Stau erfriert oder dass die Reichweite sich halbiert oder ähnliches. Man wird eher im Stau verdursten oder verhungern, wie dass man erfriert.
Der Verbrauch ist bei mir im Winter bei 25,0 kWh/100km – also knapp 300km Reichweite. Fährt man im Winter Langstrecke, dann sinkt der Verbrauch, da die Batterie irgendwann mal Warm ist und sie nicht mehr zu geheizt werden muss. Mit Sommerreifen verbraucht er Durchschnittlich 22,9 kWh/100km. Es ist also keine Halbierung der Reichweite, sondern 8,4% weniger Reichweite. Vermutlich wäre der Unterschied größer, wenn ich im Sommer auf 19″ Felgen fahren würde, aber mir ist die Optik wichtiger als ein paar km mehr Reichweite. Ich gehöre nicht zu den typischen Deutschen, die Täglich 1000km am Stück pendeln. 🙂

Jetzt kommen wir zum positiven und gleichzeitig negativen Punkt im Winter. Ich bin ja viele Jahre lang Audi Quattros gefahren und weiß das Allrad zu schätzen. Der Tesla ist nochmal ein Stück besser als Quattro indem es Torque Vectoring verwendet. Da kann man Vollgas geben und die 525 PS lassen das Fahrzeug nicht ausbrechen. Das ist das sicherste Fahrzeug, dass ich auf Schnee gefahren bin. Jetzt kommen wir zum negativen Punkt: Will man auf Schnee ein bisschen “Spaß” haben, dann geht das nicht. Mit “Spaß” meine ich driften. Es gibt keine einfache Möglichkeit das ESP / Torque Vectoring / Schlupfregelung auszuschalten. Ich habe gehört, dass man 2 Sicherungen rausziehen muss um ESP ausschalten zu können. Das werde ich mal im nächsten Winter ausprobieren.

Ein Vorurteil ist auch, dass Elektrofahrzeuge im Winter mit 80km/h hinter LKWs fahren müssen, damit sie überhaupt an die nächste Ladesäule kommen. Zumindest beim Tesla kann ich das Vorurteil verneinen. Gestern bin ich z.B. von München nach Ulm bei 2°C gefahren. Die meiste Zeit um die 200km/h. Wo es begrenzt war, bin ich 20 km/h schneller als erlaubt gefahren.

Auswertung mit Teslalogger

Ladekarten

Bevor ich mir den Tesla gekauft habe, habe ich mich umgehört, welche kostenlose Ladekarten zu empfehlen sind. Ich wollte nicht irgendwo liegenbleiben, weil ich nicht die passende Ladekarte parat habe.

Plugsurfing und NewMotion habe ich tatsächlich ein Mal zum Testen verwendet um sicherzugehen, dass sie auch funktionieren. Die Maingau und Telekom Ladestrom habe ich noch nicht mal ausprobiert.

Da war wohl die Angst groß, dass ich irgendwo nicht laden kann, wenn ich nicht die passende Ladekarte habe. Ich glaube, dass ich auf der Telekom Ladekarte 100 Freiminuten noch habe. Als Teslafahrer braucht man normalerweise diese ganzen Karten nicht. Aber ich habe sie für den Fall der Fälle im Auto.

Apps

Auch bei den Apps habe ich mir die wichtigsten heruntergeladen.
In Verwendung ist natürlich die Tesla-App.
Die Mobility+ App habe ich einige Monate verwendet um für 1€ vollzuladen. Da sie ab 1.03.2019 den Tarif auf Wucher umgestellt haben, werde ich sie vermutlich gar nicht mehr verwenden. Ansonsten verwende ich regelmäßig “NextPlug” um kostenlose Ladesäulen zu finden. Wenn zufällig eine in 50m Nähe ist, nehme ich den Strom gerne an. Also z.B. in der Therme, beim Shoppen oder ähnliches. Alle anderen sind für den Notfall, also noch nie gebraucht 🙂

Eine App, die ich sehr gerne verwende ist ScanMyTesla, mit der man viele Informationen der Batterie und andere Komponenten auslesen kann.

Ich verwende natürlich für Statistiken auch sehr gerne meinen Teslalogger.

Kosten

Ladekosten


Hier sind die Ladekosten über das letzte Jahr aufsummiert. Bevor wieder die Diskussion anfängt, wie ich so günstig zuhause lade, das kann man hier nachlesen: LINK Dort sieht man auch die günstigen Tarife der Stadtwerke Ulm.
Bei EnBW hat man bis zum 01.03.2019 pro Ladevorgang 1€ bezahlt, so dass man bei einer großen Batterie auf sehr geringe Kosten pro kWh kommt.

Servicekosten

Da die Garantie bei Tesla nicht an unnötigen Service gekoppelt ist und an einem Elektroauto nicht wirklich was gewartet werden muss, fallen hier keine Kosten an. Nach 11 Monate habe ich mir neue Scheibenwischer gegönnt. Kosten 29,95€
Bremsbelege / Scheiben werden durch die sehr hohe Rekuperation alle 300.000 km gewechselt.

KFZ-Steuer / Versicherung

Elektrofahrzeuge sind von der KFZ-Steuer befreit. Also 0€

KFZ-Versicherung mit Vollkasko bei der Gothaer: 1180€

Einsparungen

Mit Elektroautos kann man in vielen Städten kostenlos Parken. Das habe ich etliche mal gemacht, hab es aber nicht aufgeschrieben, wie viel das jetzt im Jahr war. Ich vermute, dass es unter 50€ war.

Vergleich zum letzten Diesel

Mit den aktuellen Zahlen hochgerechnet, müsste ich den Tesla mit 4 Jahren und 120.000 km für mindestens 17.610€ verkaufen, damit er unterm Strich günstiger wird, als mein letzter 3 Liter Diesel. Schaue ich mir die aktuellen Preise bei Mobile.de an, dann ist der günstigste Tesla mit den oben genannten Eckdaten bei 46.900€. Es könnte also unterm Strich ein sehr günstiges Auto werden. Warten wir noch 3 Jahre ab.

Batterie

Wenn man die Batterie ausliest, dann habe ich nach einem Jahr eine Degradation (Verlust der Kapazität) von 2,6%. Das ist vollkommen OK.

Fazit

Der Tesla ist für mich und mein Anwendungsfall das perfekte Auto. Als ich es gekauft habe, habe ich mir gesagt, dass für den Fall der Fälle ich immer noch auf unseren Benziner zurückgreifen kann. Wir sind jetzt 2-mal nach Italien und ein Mal nach Kroatien mit den Tesla gefahren. Wir hätten aber auch unseren Verbrenner nehmen können. Haben wir aber nicht. Meine Frau war ziemlich skeptisch am Anfang. Mittlerweile ist es so, dass sie Ihren Verbrenner loswerden will um einen Hyundai Ioniq Elektro zu kaufen. Lustiger weise frägt sie mich immer ob sie den Tesla haben kann, wenn sie Langstrecke fährt. Wenn ich dann an diesen Tag ihren Benziner fahren darf, fühle ich mich immer bestätigt die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Würde ich wieder ein Tesla kaufen?

Ja.
Trotzdem würde ich nur einen Model S wieder kaufen, wenn er mit CCS laden kann. Mit dem aktuell mitgelieferten Adapter sollte das gehen.
Ich bin mit Tesla nicht verheiratet und kann mir gut vorstellen ein anderes Elektroauto zu kaufen. Es sollte aber besser als der Tesla sein und / oder günstiger. Die ganzen versprochenen Teslakiller sind weit entfernt von einem Teslakiller. Mal schauen, ob der Porsche Taycan oder der Audi GT Elektro gut werden. Ich werde aber erst in 2-3 Jahre nach einem neuen Fahrzeug schauen. Ein SUV kommt für mich nicht in Frage.

Würde ich ein Wasserstofffahrzeug kaufen?

Ein ganz klares nein. Damit würde ich viele Vorteile, die ich jetzt habe verlieren:

  • schlechte Fahrdynamik / Leistung
  • kleiner Kofferraum
  • Ich muss wieder zum Tanken fahren und kann nicht zuhause / beim Arbeiten laden.
  • kein Flächendeckendes Tankstellennetz – ich könnte vermutlich nicht unproblematisch in den Urlaub fahren
  • hohe Wasserstoffkosten
  • Umweltfreundlich, wenn man den Deutschen-Strommix nimmt eine Katastrophe

Der einzige Vorteil wäre bestenfalls kurze Tankzeiten von ca 3-5 Minuten. Die habe ich aber nur ein paar Mal im Jahr. Was viele nicht wissen, dass die Tankstelle den Druck und die Temperatur nach einer Betankung wiederherstellen müssen. Das dauert seine Zeit. An viele Wasserstofftankstellen können oft nur 40 Fahrzeuge pro Tag aufgetankt werden. Mit anderen Worten: alle 36 Minuten kann ein Fahrzeug getankt werden. Sorry, aber das geht mit einem Elektroauto besser.

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/fuer-40-autos-am-tag-zwei-wasserstoff-tankstellen-in-hessen-eroeffnet-15061249.html

Zitat:

Würde ich wieder zum Verbrenner wechseln?

Man soll niemals nie sagen, aber ich wüsste für mich keinen Grund das zu tun.

Anmerkung

Sollte ich was vergessen haben, was euch nach einem Jahr noch interessiert, dann schreibt es bitte in den Kommentaren oder eine Nachricht.

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Audi e-tron Tesla Killer?

Zuerst mal möchte ich sagen, dass ich mich auf alle neue Elektroautos freue und wie manche schon festgestellt haben, ich kein Tesla Fanboy bin und auch viele Sachen bei Tesla verbesserungswürdig finde.

Ich wollte wissen ob es einen Fortschritt gab und die Messlatte höher gesetzt werden muss. Der Audi e-tron hat eine Ladeleistung an 175kW Schnellladestationen von 150kW und das bis zu beachtliche 80% SOC. Teslas laden mit nur 118kW und meiner mit 75kWh Batterie sogar mit nur 98kW. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass die Ladekurven der Teslas viel früher (60% SOC) schon abfallen. Also muss das Audi e-tron das perfekte Elektroauto sein auf Langstrecke?

Ladekurve Audi e-tron von fastned
Ladekurve Tesla Model S/X 100kWh von abetterrouteplanner
Ladekurve Tesla Model S/X 75kWh von abetterrouteplanner

Routenvergleich Ulm – Pisa

Da die Praxis nicht einfach nur von der Ladegeschwindigkeit und Ladekurve abhängt, sondern auch von anderen Faktoren wie:

  • Verbrauch (hoher Verbrauch – länger laden
  • anzahl Ladestops – Umwege
  • Ladesäulenposition – neben der Autobahn besser als mitten im Ort
  • Ladeleistung der Ladestation

Abetterrouteplanner berechnet für Elektroautos anhand der Ladekurve, Verbrauch, Topographie, Geschwindigkeit, Temperatur und Zuladung die passende Route, Ladestops und Ladezeit. Ich kann den Routenplanner bestens empfehlen. Durch mehrere Langstrecken kann ich sagen, dass die Berechnung super genau ist.

Als Berechnungsgrundlage habe ich Ulm – Pisa genommen mit maximal 150km/h und 3% schneller als erlaubt.

So wie es aussieht, ist der Audi e-tron kein Tesla Killer, sondern bestenfalls ein Tesla Model X75D Killer, denn alle anderen Teslas sind schneller am Ziel. Selbst mein Model S 75D ist 27 Minuten schneller in Pisa obwohl ich eine kleinere Batterie habe und 35% langsamer laden kann.

Durch den hohen Verbrauch vom e-tron muss er länger laden und macht so seinen Vorteil in der Ladegeschwindigkeit kaputt.

Der Gewinner ist das Tesla Model 3 Long Range. Durch den niedrigen Verbrauch und der guten Ladeleistung von 118kW, schafft er die Strecke mit nur einem Ladestop. Dadurch muss er weniger Umwege nehmen und muss auch weniger laden. Er ist 1:26 Stunden vor dem e-tron am Ziel. So sehen Gewinner aus!

Der Verlierer scheint der Hyundai Kona elektro zu sein. Nein, das ist er nicht. Er ist Verlierer und gleichzeitig Gewinner. Wiso? Mit einem Preis ab 32.000€ zeigt er, dass er es auf Langstrecke durchaus mit den 100.000€ Elektroautos mithalten kann. Er ist gerade mal 21 Minuten nach dem e-tron am Ziel und beweist, dass man auch für wenig Geld ein tolles und alltags taugliches Elektroauto bekommen kann. Das ist mein Gewinner!

e-tron Route
Tesla Model S 75D
Model 3 Long Range

Update 08.03.2019

Tesla hat bekannt gegeben, dass die neuen Supercharger V3 250kW leisten können. Das erste Fahrzeug, dass davon profitiert ist das Model 3 und die Beispielroute könnte das Laden um ca 50% verringern. So muss man anstatt 52 Minuten für die Strecke nur 25-30 Minuten laden.
Hinzu kommt, dass die alten Supercharger mit den alten Teslas von 2012 ein Softwareupdate erhalten, dass die Ladekennlinie um bis zu 25% verbessert. So wird dann vermutlich aus 65 Minuten Ladezeit beim alten Tesla vermutlich 50 Minuten. Die Praxis wird es zeigen. Tesla hat über die Jahre schon einige mal per Software die Ladekennlinie verbessert um kürzere Ladezeiten und / oder schonende Ladung zu erreichen.

Preise

Wie viel kostet jetzt diese Reise Ulm – Pisa hin und zurück?

Tesla S 75D

Mein Tesla S 75D hat lebenslanges Supercharging. Die Reise kostet also ziemlich genau: 0,00€

Tesla Model 3 Long Range

Das Model 3 erhält 9 Monate kostenloses Supercharging. Anschließend würde diese Reise 40 CHF kosten. Umgerechnet aktuell (01.02.2019) 35,06€

Audi e-tron

Verwendet man den Audi Tarif, dann werden die Ladesäulen im Navi aufgelistet und man kann damit dann auch die Routen berechnen. Damit man überhaupt an Schnellladesäulen laden darf, muss man einen Transit-Vertrag abschließen über 17,95€ im Monat. Macht im Jahr 215,40€.

In Deutschland lädt der e-tron 57% von 95kWh macht 54,14kWh.
Die kosten an dieser Ladesäule sind 0,33€ / kWH macht 17,87€

In der Schweiz lädt er auch 54,14kWh. Das macht 20,03 CHF oder 17,56€

In Italien lädt er 32% / 30,4kWh. Das macht 10,03€

In der Summe hin und zurück macht das ohne Grundgebühr: 90,92€
Mit Grundgebühr kommt man vielleicht auf 100€ oder mehr. Je nach dem, wie lange man im Urlaub ist…

Diesel

Ein Diesel mit 7 Liter Verbrauch bei 1,30€ / Liter würde für die Strecke 131,59€ brauchen.

Fazit

Schnelle Ladegeschwindigkeit macht aus einem Elektroauto noch lange kein perfektes Fahrzeug für die Langstrecke. Der Verbrauch ist auch noch Maßgeblich für die Langstrecke. Insofern werden SUVs immer den kürzeren ziehen.

Um zur Eingangsfrage zurückzukommen, ist der e-Tron ein Teslakiller? Nach dem Audi-Slogan “Vorsprung durch Technik” ist Audi leider viele Jahre hinterher. Ein 2012er Tesla Model S hat durch die per Softwareupdate verbesserte Ladekennline ähnliche Ladeleistungen wie ein 2019er e-Tron. Vom Verbrauch ist der e-Tron eher eine Schande. Spreislich ist der e-Tron aktuell höher als ein besserer Tesla. Ich vermute, dass da Audi deutlich mit den Preis runter gehen muss. Einer der wenigen Vorteile ist beim e-Tron die große Sonderausstattungsliste. Wenn man z.B. TV-Empfang haben möchte, dann kann man das für 1350€ hinzubuchen. Für die vielen Ladepausen durch den hohen Verbrauch vielleicht sehr interessant 🙂 Oder z.B. die virtuellen Spiegel. Oder ein Head-Up Display usw…
Also für mich ist der e-Tron weit weg vom Teslakiller und man kann nur hoffen, dass der Porsche Taycan hier mehr bietet. Da bin ich sehr gespannt.

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Erfrieren im Stau mit einem Elektroauto?


In einer ersten Meldung wurde behauptet, dass eine Frau quasi vor meiner Haustüre im Stau erfroren ist. Das hat mir mindestens eine Schlaflose Nacht gekostet. Aktuell weiß man, dass es mit der Kälte keinen Zusammenhang gibt. Die Zahlen, die ich hier nennen werde, kann man nicht auf andere Elektrofahrzeuge 1:1 übertragen, aber die werden nicht arg viel schlechter sein. Ganz im Gegenteil: Tesla verwendet einen ineffizienten Elektroheizer. Andere Elektrofahrzeuge haben eine Wärmepumpe und sind bis zu Faktor 4 Effizienter.

Mit ScanMyTesla kann man sämtliche interessante Daten vom Fahrzeug auslesen. Ein Wert ist z.B. wievel Energie gerade für die Heizung verwendet wird. Leider wird nicht in Batterieheizung und Fahrgastzellenheizung unterteilt, so dass man beide Werte summiert in einer Spalte hat.

Meine Messung war, nach ca 2 Minuten, als die eingestellte 21,5°C Temperatur erreicht war. Die Außentemperatur war bei -5,5°C. Der Verbrauch für das Heizen inclusive Batterieheizung liegt bei 2,11kW. Das ist schon viel, aber nach ca einer Stunde erreicht die Batterie ihre Wohlfühl 35° und dann wird sie nicht mehr geheizt.

Schaltet man jetzt den RangeMode (Reichweitenmodus) ein, dann wird die Batterieheizung ausgeschaltet und der Verbrauch sinkt deutlich auf 0,59kW.

Nach ein bisschen hin und her spielen, konnte ich das ganze nochmal optimieren, indem ich auf Umluft gestellt habe. Dann wird nicht die “Frische” eiskalte Luft auf 21,5° erwärmt, sondern die schon ohnehin Warme Luft innen auf 21,5° gehalten.

Der Verbrauch sinkt so deutlich auf 0,09kW (90W).

Der Nachteil ist: Die Scheiben werden in 5-10 Minuten beschlagen. Ob das wichtig ist im Stau, wenn es kein cm vorangeht? Aber der Vorteil ist: die man bekommt nicht die Abgase vom Vordermann ab. Ich nehme an, dass man von selbst früher oder später auf die Idee kommt die Umluft einzuschalten, weil es im Innenraum Stinken wird. Und es besteht die Möglichkeit, dass man an Kohlenmonoxidvergiftung vom Vordermann stirbt.

Bevor die Frage kommt: nein, mit Umluft wird man nicht ersticken. Jedes Auto braucht eine große Entlüftung, sonst würde das Trommelfell platzen, wenn jemand die Türe zuschlägt.

Die Heizung braucht also pro Stunde Stau 0,09kWh oder ein Reichweitenverlust von 0,47km pro Stunde.

Das große Problem ist aber weiter unten. Das 12V System hat bei mir über 400W Verbraucht. Mit anderen Worten: die Heizung spielt überhaupt gar keine Rolle. Der Verbrauch des Bordnetz ist das Problem.

Ich hatte Sitzheizung an, Abblendlicht und hab recht laut Musik gehört. Mein Tip: Sitzheizung und Abblendlicht ausschalten und in Zimmerlautstärke Radio hören um auf den Laufenden zu bleiben. Vielleicht werden Tips gegeben, die im Stau wichtig sind. Trotzdem bin ich nicht unter 100W Bordnetz Verbrauch gekommen. Die ganzen Computer verbrauchen halt Strom. Unterm Strich bedeutet das eben ca 1,1km Reichweitenverlust pro Stunde Stau. Mit anderen Worten: Es ist wahrscheinlicher im Tesla zu verdursten wie zu erfrieren. Vermutlich sieht es bei anderen Elektroautos nicht anders aus.

Zusätzliche Tips: Im Winter immer 2 Decken im Auto mitnehmen. Das mache ich schon seit viele Jahre so, als mir der Thermostat in meinem Audi kaputt gegangen ist und nur kalte Luft rauskam. Sollte es doch mal eng werden, würde ich einfach zum nächsten Auto gehen und fragen ob man sich dort aufwärmen kann. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dann jemand sagt: Ne, das möchte ich nicht. Und selbst wenn, es gibt ja genug Autos im Stau, die man fragen könnte 🙂

ScanMyTesla

Ich wurde mehrfach gefragt, wie ich an die Can-Bus Daten komme. Also, Anzahl Schnellladungen (DC) und Anzahl AC Ladungen. Und natürlich hunderte anderer Metriken.
Hier gehts zum Artikel: https://www.impala64.de/blog/tesla/2019/01/12/scanmytesla/

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Elektrotechnische Mythen zum Elektroauto

Ich habe oft mit Elektroautofahrern diskutiert über Elektrotechnische Vorschriften. Dabei ist mir immer wieder viel gefährliches Halbwissen aufgefallen. Sogar unwissende Elektromeister oder Elektromeister, die nur das beste von einem wollen: Das Geld.

Ich würde ziemlich frech behaupten, dass über 80% der Sat-Anlagen falsch angeschlossen sind. Sie funktionieren zwar und es kommt ein Bild, aber richtig angeschlossen muss man die F-Stecker mit einem Potentialausgleich in unmittelbarer Nähe zur Schüssel mit einem starren 16mm² Erdungskabel am Potentialausgleich anschließen und vor dem Multischalter das selbe Spiel. Siehe: DIN EN 60728-11 / VDE 0855-1

Bevor jetzt viele sagen: der hat selbst keine Ahnung. Ich bin Kommunikationselektroniker und habe mit 1,1 abgeschlossen. Ich werde alle meine Behauptungen mit Quellenangaben beweisen.

Trotzdem: Das soll nur eine Aufklärung sein. Jeder soll es so machen, wie er es möchte und für richtig hält.

Mein Lieblingsmythos:

RCD / Fi-Schalter / Fehlerstromschalter

Was ist ein RCD, der umgangssprachlich auch Fi-Schalter genannt wird? Unter bestimmten Bedienungen kann (muss nicht) ein RCD ein Herzflimmern verhindern und damit den Tod. Arbeite ich mit schwitzigen Füßen an einer Steckdose, die ich vergessen hab auszuschalten und ich hab mich nicht vergewissert, dass sie Spannungsfrei ist und ich habe die Phase nicht absichtlich kurzgeschlossen dann kann es sein, dass der RCD mein Leben rettet. Durch meinem Beruf und weil ich nicht immer die oben genannten Regeln beachtet habe, habe ich schon einige mal einen Stromschlag bekommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur ein mal der RCD ausgelöst hat. Ich hatte früher Grau-Papageie und die liebten es Kabel anzunagen. Da die Zunge gummiartig ist und der Schnabel nicht leitfähig ist, haben sie keinen Stromschlag bekommen. Ich hab aber regelmäßig einen gewischt bekommen, wenn ich die Kabel angefasst habe, weil die Isolierung nicht mehr da war. Vielleicht habe ich auch überirdische Kräfte 🙂 Grundsätzlich sind Schuhe ziemlich toll. Die verhindern je nach Sole, dass man überhaupt einen Stromschlag bekommt…

Seit 1984 müssen in Neubauten (in Deutschland) im Bad / WC ein RCD verbaut werden. Die Idee ist ja gut und hat früher, als man noch Metallbadewannen hatte, die geerdet waren das ein oder andere Leben gerettet. Heute gibt es nur noch Badewannen und Duschen aus Plastik. Diese können nicht geerdet werden, da Plastik nicht leitfähig ist. Es kommt noch hinzu, dass Wasser auch kaum leitfähig ist. Ja, richtig gelesen. Was passiert, wenn man einen Fön in die Plastikbadewanne schmeißt? Nichts. Siehe lustiges Video. Da Leitungswasser schlecht leitet, darf die Feuerwehr bis 1000V mit Leitungswasser gefahrlos löschen. “Zufällig” dürfen Photovoltaik-Anlagen nur bis 1000V Stringspannung gebaut werden…

Wenn die RCD in den Feuchträumen nichts bringen, wieso sind sie dann immer noch Pflicht? Tja, damit kann man Geld verdienen. Da ein gewöhnlicher RCD nur eine kleine Summe kostet, empfehle ich trotzdem einen RCD. Verlängerungskabel haben im Bad absolut nichts verloren, denn wenn ein Bad vorschriftsgemäß gebaut wurde, sind die Kabel der Föns / Rasierapparate zu kurz um in die Badewanne zu fallen. Auch Badesalz gehört nicht zum Baden, denn mit Badesalz wird das Wasser leitfähig. Das mussten leider zwei Mädchen mit ihren Leben bezahlen. Sehr interessanter Artikel vom VDE / TÜV.

Jetzt kommt das für uns Elektroautofahrer interessante.: Für Wallboxen ist ein RCD Typ B oder RCD Typ A EV vorgeschrieben. Dieser soll verhindern, dass ein Gleichstromfehler von der Fahrzeugbatterie auf das Hausnetz überschlagen kann . Hinzu kommt, dass ein Gleichstromfehler einen RCD Typ A in die Sättigung bringen kann und gar nicht mehr funktioniert. Dann ist es ziemlich blöd, wenn man an der Steckdose rumschraubt und gleichzeitig ein Auto lädt, wenn die Isolierung des Ladegerätes im Auto fehlerhaft ist. Ja, das sind schon ziemlich viele Dinge, die gleichzeitig passieren müssen. Aber oben haben wir gelernt, dass wenn man an Elektrischen Anlagen arbeitet, man diese Allpolig stromlos machen muss. Dazu gehört auch das Abstecken des Elektroautos! Die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering, dass so viele Ereignisse gleichzeitig passieren. So ein RCD Typ B kostet von Elektroinstallateur durchaus 300-500€ eingebaut. Deswegen habe ich bei mir nur einen RCD Typ A für 30€ verbaut. Wie ihr das macht, bleibt eure Entscheidung. Wer sich aber dafür entscheidet so viel Geld für einen RCD Typ B auszugeben, der sollte auch die Funktion testen. Das sollte man alle 6 Monate machen. Na, wann habt ihr das letzte mal die RCDs getestet? Es kommt noch schlimmer: Man muss eigentlich den Potentialausgleich / Erdung des Hauses testen lassen, denn ohne einwandfreie Erdung, kann ein RCD überhaupt nicht funktionieren. Das muss man alle 4 Jahre machen:

Die Test-Taste sagt nur aus, dass er theoretisch funktionieren müsste… Und es geht noch weiter. Streng genommen dürfte man das Auto nirgends laden, wenn man nicht 100%ig weiß, dass ein funktionsfähiger RCD verbaut ist. Deshalb müsste man Isolationshandschuhe bis 1000V anziehen, wenn man das Ladekabel / Stecker unterwegs berührt…

Ein bisschen Statistik: Laut VDE gab es 2015 nur 7 Tote durch Stromschlag in deutschen Haushalten: https://www.vde.com/de/suf/statistik-stromunfaelle

Laden an der Schukosteckdose

Das Gerücht, dass das Laden an der Haushaltssteckdose (Schuko) gefährlich ist wegen Brand und Dauerbelastung hält sich sehr tapfer. Selbst Elektromeister behaupten sowas.

Für diejenigen, die eine Prüfung in einem Elektrischen Beruf gemacht haben, ist die einzige richtige Antwort 16A Dauerbelastung (3680W). Da die erlaubte Netzspannung 230V +- 23V ist, sprechen wir sogar von 4048W.

Zitat:
Die Stecker, Dosen und Verlängerungsleitungen sind in der Regel für 16 A Dauerstrom ausgelegt, was bei 230 V einer Leistung von 3.680 W entspricht.

Jetzt kommt bestimmt der Einwand: Ja, aber wenn 16A möglich sind, wieso begrenzt mein Tesla das bei 13A? Ganz einfach: Da man nicht für jede Steckdose eine Sicherung installiert, teilen sich oft mehrere Steckdosen eine Sicherung. Damit nicht das Elektroauto immer schuld ist, dass die Sicherung raus fliegt, lässt man einen theoretischen 680W Puffer. Wieso theoretisch? Ganz einfach: Eine Sicherung (Leitungsschutzschalter) mit der Standardauslösecharakteristik B16, darf eine Stunde lang das 1,45 fache der Nennlast überschreiten. Das sind dann 5336W. Probiert es aus: Mehrfach Steckdosenleisten anschließen und gleichzeitig mit 13A laden und einen Fön mit 1000W einschalten. Damit überlasten wir theoretisch die Steckdose um 320W. Der Leistungsschutzschalter wird normalerweise über Stunden nicht auslösen. Übrigens: mit einem 1000W Staubsauger wird es vermutlich nicht funktionieren, weil der Anlaufstrom zu hoch ist.

Jetzt kommt bestimmt der Einwand: Ja, aber ich habe im Internet Steckdosen gesehen, die abgefackelt oder verschmort sind. Sowas kommt ganz selten vor. Aber: ein Haus brennt deswegen nicht ab. Die Steckdosen sind aus nicht brennbaren Material gefertigt. Da ist der Schaden bei 10€ und viele Schuko Ladegeräte für Elektroautos haben einen Temperatursensor. Zumindest bei Tesla kann nichts passieren. Mein Tipp: Bei fremden Steckdosen immer Kontaktspray auf die Stecker sprühen und 4-5 mal rein und rausstecken. Dadurch werden Ablagerungen vermieden und man erhöht die Leitfähigkeit. Die ersten paar Minuten schaue ich mir dann die Spannung an. Sinkt sie von 230V auf 220V, dann ist das zu vernachlässigen. Das sind dann zwar rechnerisch 100W und 100W können ganz schön warm werden, aber normalerweise verteilen sich die 100W bis zum Sicherungskasten.

Ich hab schon im Ferienhaus mit billigsten 50m Verlängerungskabel und “interessanten” Elektroinstallation 25 Stunden lang bei 209V geladen. Ich habe aber jede Stunde die Stecker und Kabeltemperaturen überprüft.

Sebastian von der ModelXFamile hat mir geschrieben, dass er auf Ibiza ohne Probleme mit 198V laden konnte.


Ich habe den Hersteller meiner (Baumarkt)-Steckdosen in der Garage angeschrieben, ob sie mir zu Dauerbelastbarkeit etwas sagen können. Man hat mir mitgeteilt, dass die Dosen in deren Qualitätssicherung bei 290V und 28A über Monate (nicht Stunden) getestet werden. Das sind 8120W! Platzen Reifen die für 160km/h zugelassen sind bei 170km/h? Natürlich nicht.

Leitungsquerschnitt

Es werden abenteuerlichste Empfehlungen ausgesprochen, mit welchen Querschnitt man die Wallboxen anfahren soll. Dabei werden sogar die Formeln ausgepackt und man weiß gar nicht wie man sie anwenden soll. Z.B. wird bei einem 3 Phasen Kabel der Hinweg und der Rückweg in die Berechnung genommen. Prinzipiell ist das Gedanklich erstmal richtig. Der Strom muss ja wieder zurück fließen, aber da die 3 Phasen um 120° Phasenverschoben sind, ist der Summenstrom 0A. Deswegen wird er auch fälschlicherweise Nullleiter genannt und deshalb ist der doppelte Weg schlichtweg falsch und gehört in die Kategorie gefährliches Halbwissen…

Bei mir hat der Elektriker fälschlicher weise 5×1,5mm² verbaut auf eine Strecke von ca 20m zur Garage, obwohl ich eindeutig gesagt habe, dass ich 2 x 11kW Starkstromdosen brauche. Das habe ich erst jetzt bemerkt und könnte ihn Ohrfeigen. Wenn ich jetzt mit 16,5 kW (24A) lade, dann habe ich ca 4,1% Spannungsabfall. Nach VDE 0100-520 darf der Spannungsabfall maximal 3% betragen. Was aber viele nicht wissen: für Beleuchtungsanlagen. 5% für alles Andere. Ich bin also noch ganz knapp noch “Legal”. Man sollte aber die Kirche im Dorf lassen! In anderen Ländern sind 10% kein Problem. Deswegen lädt der Tesla auch noch bei 209V. Jetzt könnte man als Einwand nehmen: Ja, aber der Wirkungsgrad… Ich habe ein Passivhaus. Wenn ich jetzt ein dickeres Kabel durchziehen lasse, dann müsste ich eigentlich einen Blower-Door Test machen und der kostet richtig viel Geld. Und 5x10mm² verlegt man nicht so einfach, wie sich das einer glaubt, der das noch nie gemacht hat…

CEE 32A Adapter auf CEE 16A

Es ist vorgeschrieben, dass ein Adapter von CEE32A auf 16A mit Leitungsschutz (Sicherungen) ausgestattet werden muss da die theoretische Möglichkeit besteht, dass das angeschlossene Gerät genau 32A durch einen Defekt belastet wird und so den CEE16 Stecker und das Gerätekabel überlastet wird. Wie wir oben gelernt haben, kann man eine Standard Sicherung B16 bis zu 1,45 fach über eine Stunde überlasten ohne dass der Leitungsschutz aktiviert wird. Somit können wir diesen theoretischen Fall außen vor lassen.

https://amzn.to/2SGfOIm

Ich habe den eigentlich nicht zulässigen Adapter genommen ohne Sicherung:

https://amzn.to/2RnpNG8

Meine Gründe: Wie wir oben gelesen haben, ist meine Wallbox mit 5×1,5mm² angeschlossen und ohne Probleme und ist vom Spannungsabfall noch im legalen Rahmen. Das UMC (Tesla Ladegerät) hat 5×2,5mm². Insofern besteht hier kein Leitungsschutzproblem. Darüber kann man ohne Probleme auch 3x32A laufen lassen ohne dass das Kabel heiß oder sogar brennen wird. Der große Vorteil ist, dass es klein und leicht ist. Ich schleppe doch nicht eine riesen Box mit mir mit, die ich nur ein oder 2 mal im Jahr benötige.

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Wie hoch sind die Ladekosten für ein Tesla?

Da ich heute die Abrechnung machen musste für meinen Stromversorger, habe ich alle Zahlen zusammen und ich kann es mal ausrechnen.

ADAC behauptet einfach: 30ct/kWh * 21kWh/100 km macht: 6,30€ auf 100km. Stimmt das? Natürlich nicht!

Die 30ct/kWh bezahlt niemand, der ein Elektroauto hat. Es gibt für Elektroautos, wie auch für Wärmepumpen und Nachtspeicheröfen günstige “Netzdienliche Tarife”.  Der Betreiber kann jederzeit für 30-60 Minuten den Strom abstellen um das Netz leichter zu regeln. Im Gegenzug bekommt man einen günstigeren Tarif. Ich bezahle so 17,4 ct/kWh.

So einen geeichten Zähler bekommt man bei Amazon.

Hinzu kommt, dass man am Tesla Supercharger kostenlos laden kann. Laut der App “scan my tesla” konnte ich so 1143 kWh kostenlos laden. Wenn Ihr auch kostenlos bei Tesla’s Supercharger laden möchtet, dann könnt Ihr dazu beim Kauf eines Teslas mein Empfehlungslink verwenden: http://ts.la/christian7267

Zusätzlich kommt hinzu, dass ich 234,54 kWh kostenlos unterwegs laden konnte. Das war z.B. in Hotels, Ferienhaus, Therme, Eislaufanlage, Schwimmbad, Parkhäuser, Ikea usw….

Bei uns in Ulm kann man für pauschal 5€ Volltanken. das habe ich laut PayPal Abrechnung 11 mal gemacht. Für 30€ im Monat hätte ich auch eine Stromflatrate bei der Stadtwerke Ulm bekommen können. Ich bin aber zu faul immer die öffentlichen Ladesäulen zu verwenden. 🙂

Rechnet man alles zusammen, dann kommt man auf einen Verbrauch von 25,95 kWh/100 km. Wieso so hoch? Mein Fahrzeug behauptet ich hätte einen Duchschnittsverbrauch von 23 kWh/100 km, was auch schon sehr hoch ist. Mich sieht man eher auf der Linken Fahrspur 🙂  Die Differenz sind Lade- und Entladeverluste. Das muss man leider mit bezahlen.

Unterm Strich kostet mich der Tesla 3,06€ auf 100 km für das Laden. Zum Vergleich: Mein 3 Liter Diesel, den ich zuvor hatte, hat 7,9 Liter verbraucht. Bei aktuell 1,51€ / Liter Diesel, macht das 11,93€ / 100km!

Update

Nachdem ich das gepostet habe, habe ich viele Kommentare erhalten, dass das alles erlogen ist. Viele glauben nicht, dass ich 17,4 ct/kWh bezahle. Viele glauben auch nicht, dass man für 8,5 ct/kWh bei der Stadtwerke Ulm laden kann. Viele glauben auch, dass das kostenlose laden unterwegs sehr bald eingestellt wird.

Wie ich oben schon geschrieben habe, sind die 17,4 ct/kWh kein normaler Haushaltsstrom, sondern ein spezieller Stromtarif, den jeder bekommen kann. Es handelt sich um ein sogenannten Stromtarif für “abschaltbare Lasten” oder “Netzdienlicher Tarif”. Man bekommt einen neuen Zähler und ein bisschen Elektronik. So kann der Netzbetreiber den Strom abstellen, wenn zu viel in der Umgebung verbraucht wird. Damit kann er sehr einfach und kostengünstig das Netz stabil halten. Infolge sinkt das “Netzentgelt” und das, was wir bezahlen wird günstiger. Darunter fallen z.B. Wärmepumpumen, Nachtspeicheröfen und auch Elektrofahrzeuge.

Das ganze ist im Gesetz EnWG §14a verankert:
https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/__14a.html

Wie finde ich so einen Stromtarif? Das allereinfachste ist: Check24 und nach Wärmepumpenstrom suchen – das ist nichts anderes wie im EnWG §14a beschrieben. Man muss aber vorher beim Netzbetreiber einen Stromzähler für Abschaltbare Lasten beantragen!
Bei Check24 bekomme ich natürlich meine 17,4ct/kWh nicht, denn die müssen ja auch noch ihre Werbung bezahlen. Da bekomme ich für mein Gebiet 20,97ct/kWh, was auch schon nicht schlecht ist. Man muss eben ein bisschen die Suchmaschinen durchforsten…

Das ist das, was ich in meinem Gebiet bezahle. 50 km weiter sieht das ganze vielleicht anders aus, deshalb habe ich den Anbieter unkenntlich gemacht, sonst bekommt er vielleicht heute tausende Anrufe… Es sind nur 17,23ct, aber wenn ich den Grundpreis mit einrechne, dann komme ich auf ca 17,4 ct/kWh…

Kann ich diesen Tarif auch für mein ganzes Haus nehmen? 

Nein, das geht nicht, denn wie schon gesagt, wird mehrfach am Tag der Strom für 30-60 min abgestellt. Ob es so spannend ist, wenn mitten im Fußballspiel der Strom abgestellt wird… Erlaubt ist das auch nicht…

Hat das Auswirkungen beim Laden?

Bis jetzt hatte ich keine Probleme. Mein Tesla ist in 4,5 Stunden voll geladen, wenn er komplett leer ist. Ob er jetzt eine halbe Stunde länger an der Dose ist, spielt keine Rolle. Es gibt aber einen Fall: ich habe nur noch “Sprit” für 100km drin und muss dringend nachladen, weil ich ungeplant 200km fahren muss. Gerade jetzt wird aber der Strom abgestellt… Sowas kann natürlich passieren.

Die nächste Frage war: Das kann doch gar nicht sein, dass die Stadtwerke Ulm den Strom für 8,5 ct/kWh verkaufen. Da machen sie doch Verlust…

Nein, machen Sie nicht.

Industriekunden bezahlen einen Bruchteil vom Strompreis, wie private Haushalte bezahlen. Insofern können Sie das so weiter geben. Die Stadtwerke bezahlen noch weniger für den Strom. Das sind so ca 3-6 ct/kWh…

Aktuell gibts eine Flatrate für 30 € / Monat oder 5€ pro Ladung. Wenn man mit fast leerer Batterie ankommt und ca ca 65kWh lädt, dann macht das 7,7ct/kWh. Kommt man mit komplett leerer Batterie an, dann sind das sogar 6,9ct / kWh…

Nächste Frage war: Kostenloses laden wird es bald nicht mehr geben.

Bei Tesla wird es so bleiben. Das steht in meinem Kaufvertrag. Sollte Tesla das einstellen, werde ich es einklagen!

Aber wie sieht es denn aus bei Hotels, Schwimmbad, Ikea und wo ich überall kostenlos geladen habe? Wie wir oben gelernt haben, bezahlt die Industrie einen Bruchteil vom dem, was wir bezahlen. Oft haben sie auch noch große Photovoltaik anlagen und produzieren Ihren Strom selbst, was unterm Strich noch günstiger ist. Wenn ich jetzt 2 Stunden im Ikea bin, dann kostet das Ikea wenn überhaupt 2€. Dafür habe ich (vielleicht) einiges eingekauft. Jetzt könnte man Fragen: Wieso berechnet Ikea nicht einfach die 2€? Ganz einfach: Strom zu verkaufen ist in Deutschland nicht ganz so einfach. Man braucht dafür geeichte Zähler, die es für Gleichstrom aktuell nicht einmal gibt. Für Wechselstrom ist das kein Problem, aber die Abrechnung ist nicht ganz so einfach. Außerdem wird man auf einmal zum Energieunternehmen mit Pflichten… Also verschenkt man das ganze. Aber niemand schenkt mir doch was… Doch! Die Parkplätze werden ja auch oft kostenlos angeboten. Die Klimaanlage ist ja auch immer kostenlos. WLAN bieten auch viele Firmen den Kunden an. Bietet man das nicht an, kommen die Kunden eventuell nicht…

Ich hoffe, dass mit dem Update, das ganze glaubhafter und transparenter ist. Sollte immer noch was unklar sein, dann schreibt mir bitte. Ich werde das dann erklären.

Update 2 – ScanMyTesla

Ich wurde mehrfach gefragt, wie ich an die Can-Bus Daten komme. Also, Anzahl Schnellladungen (DC) und Anzahl AC Ladungen. Und natürlich hunderte anderer Metriken.
Hier gehts zum Artikel: https://www.impala64.de/blog/tesla/2019/01/12/scanmytesla/

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Wie „sauber“ ist mein Tesla?

Es gibt viele Berichte und Studien über die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen. Oft erkennt man einfach am Geldgeber der Studie oder der Zeitschrift wie wohl die Ökobilanz ist. Eine Studie finanziert von einem Fahrzeughersteller, dessen Gewinne überwiegend von Verbrennerfahrzeugen stamm wird wohl kaum etwas Positives über Elektrofahrzeuge schreiben. Zeitschriften dessen Leser überwiegend Verbrenner fahren und durch die oben genannten Fahrzeughersteller Werbung schalten, sieht es nicht anders aus. Auf der anderen Seite rechnen Elektroautofahrer und Studien, die auf deren Seite sind mit Bestwerten. So wird oft mit Ökostrom gerechnet, obwohl man aber am Strommix teilnimmt. In Deutschland ist der Begriff „Ökostrom“ noch nicht einmal geschützt. So zählt auch ein Blockheizkraftwerk, das mit Öl befeuert wird auch schon zum Ökostrom. Ich sehe das etwas anders… Es wird auch gerne mit der eigenen PV Anlange gerechnet und 0 Gramm / kWh angegeben. Dass die PV Anlage auch hergestellt werden muss, vergessen freilich Ökofuzzis… Also muss die Wahrheit irgendwo dazwischenliegen. Ich versuche mal an meinem Beispiel zu bewerten wie Ökologisch mein Tesla ist und ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre ein Benziner oder Diesel zu fahren.

Ich beziehe Ökostrom aus 100% Wasserkraft. Trotzdem werde ich mit den Strommix rechnen, denn das ist das, was aus meiner Steckdose rauskommt. Die Stadtwerke Ulm (SWU) beliefert mich mit Strom und ich lade mit Sicherheit mehr als 90% diesen Strommix, außer ich fahre in den Urlaub. Der Einfachheit halber rechnen wir aber mit SWU Strom. Mein Verbrauch liegt bei 22,5kWh/100km – Ja, ich gehöre nicht zu den sparsamen Teslafahrern. Die 428PS werden jeden Tag beim Beschleunigen gebraucht und die 21“ Felgen sind mit Sicherheit auch nicht für niedrigen Verbrauch berühmt.

Laut Strommixkennzeichnung von SWU hat die Produktion pro kWh im Jahr 2016 411 g CO2 an Emissionen freigesetzt. Macht nach Adam Riese auf 100km: 9,25kg CO2

SWU-Strommix

Vor meinem Tesla bin ich einige 3 Liter Diesel Fahrzeuge gefahren und habe laut Zapfsäule ca 8,5 Liter verbraucht auf 100km – Ja, auch damals bin ich zügig gefahren. Ein Liter Diesel verbrennt bestenfalls zu 2,64kg CO2 – macht bei 8,5Liter = 22,44kg CO2. In der Kaltlaufphase sind diese werte nicht zu schaffen! Aber wir rechnen mit den besseren Werten zu Gunsten des Diesels einfach weiter.

Schon jetzt sieht man, dass ein Diesel einen doppelt so hohen CO2 Ausstoß hat, wie ein Elektroauto.

Ein Fahrzeug wird in Deutschland 16 Jahre lang gefahren. Ein Liter Diesel verbrennt bestenfalls zu 2,64kg CO2 das wird auch in 16 Jahre so bleiben. Ich fahre Jährlich 30.000 km – auf 16 Jahre sind das 480.000 km oder 40.800 Liter Diesel oder 108 Tonnen CO2. Hinzu kommt, dass wir die Herstellung und Transport vom Kraftstoff nicht berücksichtigt haben.  Für Diesel ist der Primärenergiefaktor 1,22  Also sind wir dann bei 131 Tonnen CO2!

Wie sieht das beim Elektroauto aus? Unser Strom wird von Jahr zu Jahr ökologischer und damit das Fahrzeug auch. In den letzten 16 Jahren ist unser Strom ca 15% sauberer geworden. Sollte es wie geplant bis 2030 zu einem Kohleausstieg in Deutschland kommen, dann wird sich das extrem positiv auf den Strommix auswirken. Ohne Kohleausstieg müsste man druchschnittlich mit 380g CO2/kWh über 16 Jahre rechnen. Mit Kohleausstieg dürften wir unter 100g CO2/kWh liegen.

Rechnen wir mit 380g/kWh, dann liegt der Tesla bei 41 Tonnen CO2. Mit Kohleausstieg wären wir bei 11 Tonnen CO2.

Wir haben also im ungünstigsten Fall für meinen Tesla über die Lebensdauer eine Einsparung von mindestens 67 Tonnen CO2. Jetzt kommt natürlich der Einwand: Ja die Batterie. Das ist der Klimakiller! Eine in USA hergestellte Batterie kommt auf 112kg CO2 pro kWh. Meine Batterie hat 75kWh macht 8,4 Tonnen CO2 aus. Also schrumpft die Einsparung auf ca 60 Tonnen CO2.

Für mein Fahrzeug kommt es leider zu spät, aber Tesla ist gerade dabei die Gigafactory 1, in der die Batterien hergestellt werden komplett auf Photovoltaik umzustellen, damit die Batterien CO2 neutral hergestellt werden können.

Fazit: Für meinen Fall (Standort Süd-Deutschland /  30.000km pro Jahr) ist der Tesla selbst im ungünstigsten Fall mehr als 50% weniger CO2 als ein vergleichbarer Diesel. Im besten Fall mehr als 80% weniger CO2. Auch hier wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte zu suchen sein.

Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) war 2017 die durchschnittliche Fahrleistung pro PKW bei 13.922km. 

Die Tesla-Batterie wäre dann erst nach 3 Jahre CO2 kompensiert: 

Ab wann ist ein Diesel sauberer?

Fährt man nur 2400km / Jahr, dann ist ein Dieselfahrzeug zum heutigen Stand sauberer, selbst mit Kohleausstieg. Da die Batterieproduktion 8,4 Tonnen CO2 verschlingt. Wird die Batterie in naher Zukunft CO2 neutral produziert, dann würde sich das Elektroauto vom ersten Tag an sauberer verhalten.

Jetzt könnte man ja sagen: Wenn du schon Klimaschutz betreiben möchtest, dann kauf dir doch einen VW Lupo 3L Diesel. Das würde schon nicht gehen, da ich ein größeres Fahrzeug benötige wegen Familie und bei der hohen Fahrleistung ist was Bequemes schon nicht verkehrt. Aber rechnen wir mal durch. Laut Spritmonitor verbraucht er 3,7Liter / 100km. Macht 9,8kg CO2 auf 100 km. Das ist immer noch 0,5kg CO2 pro 100 km mehr als mein Tesla. Nach 7 Jahre wäre der Tesla trotzdem sauberer.

Was passiert nach 16 Jahre und 480.000km?

Nach 16 Jahre dürfte das Fahrzeug, wie andere Verbrenner gewisse Gebrauchsspuren haben und man würde das Fahrzeug recyceln. Die Batterie dürfte nur noch 70%-80% an Restkapazität haben (Degradation). Gleichzeitig wird sie nicht mehr die volle Leistung abgeben können, so dass man damit keine 400PS mehr abrufen kann. Man kann sie aber sehr gut für Stromspeicherung verwenden können. Die Energiewende sieht vor, Kohlekraftwerke zu schließen und auf Photovoltaik und Windkraft zu setzen. Leider ist die Sonne und Wind nicht immer da, wenn man sie braucht und muss zwischengespeichert werden um das Stromnetz zu stabilisieren. Man spricht davon, dass so eine Tesla Batterie noch weitere 5.000-10.000 mal geladen und entladen werden kann, bis man sie auch als Stromspeicher nicht mehr verwenden kann. Also wird sie noch ca. 20 Jahre als Speicher in Betrieb gehen.

In dieser Zeit wird sie, wenn man die Degradation und 10% der Kapazität als Schutz für Tiefentladung abzieht auf ca. 250.000kWh gespeichert haben und wieder abgeben. Zieht man jeweils 10% Ladeverluste und 10% Entladeverluste ab, dann bleiben immer noch 200.000kWh als Speicher übrig. Ein Kohlekraftwerk produziert durchschnittlich 1kg CO2 / kWh – man könnte also ca 200 Tonnen CO2 einsparen, indem man Sonnenenergie mittags in einem Speicher lädt und nachts dann wieder abgibt. Verglichen an den 8,4 Tonnen CO2, die man für die Herstellung benötigt, ist also ein Akku eigentlich super “Sauber” und nicht wie viele denken die größte Umweltsünde…

Das sind jetzt nicht irgendwelche Theorien, sondern wird genau so schon in der Praxis umgesetzt. In der Johan Cruijff Arena in Amsterdamm werden 590 Batterien von alten Nissan Leaf eingesetzt um den Photovoltaikstrom abends für das ganze Stadium.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/johan-cruijff-arena-in-amsterdam-das-oeko-stadion-a-1243229.html

Mythen:

“Ich habe eine Photovoltaikanlage und somit ist mein Auto super sauber!” Nein, ist es nicht. Ob ich den Strom selbst verbrauche oder den Strom einspeise, ist es egal. Es muss dafür weniger Kohlestrom erzeugt werden, da zumindest in Deutschland Ökostrom immer (noch) Vorrang hat. Es bleibt der Strommix. Ich habe selbst eine Photovoltaikanlage und würde so nicht argumentieren.

Wie Sieht es mit Stickoxiden NOx aus?

Aufgrund der Überschreitung von Stickoxide Sind in vielen Deutschen Städten ein Dieselverbot in Sicht oder schon durchgesetzt. Die Deutsche Umwelthilfe hat viele Fahrzeuge auf der Straße getestet. Das waren alles Fahrzeuge die nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt worden sind, so dass die Hersteller nicht so leicht schummeln konnten.

Von der Größe vergleichbare Fahrzeuge haben folgende NOx Emissionen:

Audi A6 2.0 TDI, Avant: 110 mg/km
BMW 520d Touring: 387 mg/km
Mercedes E220d: 43 mg/km
Macht einen Schnitt von 180 mg/km.

Gefahren wurde von der Deutschen Umwelthilfe sehr nahe am NEFZ, so dass die Werte mit der Euro Norm 6 vergleichbar sind. Insofern darf ich nicht mit meinem Verbrauch rechnen, sondern mit den NEFZ Verbrauch vom Tesla: 14,5 kWh/100km. Oder pro km: 0,145kWh/km. Laut Umweltbundesamt  wurde für eine kWh 440mg emittiert. Mit anderen Worten, der Tesla kommt auf 64mg/km. Das ist fast 50% mehr als ein Mercedes E220d, aber deutlich weniger als ein BMW 520d oder ein Audi A6 2.0 TDI.

Also ist der Tesla doch eine Dreckschleuder oder zumindest im Vergleich zum Mercedes E220d?

Nein, beim Vergleich haben wir die Produktion des Stromes mit berücksichtigt. Beim Mercedes haben wir nur den Verbrauch berücksichtigt. Der Diesel muss aber auch Hergestellt werden.
Bayernoil emittiert (Seite 40)  1150t NOx bei der Herstellung von 3.854.000t Diesel. Oder in Liter umgerechnet: 4.561.000.000 Liter. Das macht dann 252 NOx mg/Liter. Bei einem NEFZ Verbrauch von 4,3Liter vom Mercedes auf 100 km kommen wir dann auf 11 mg/km für die Herstellung von Diesel. Leider habe ich keine verlässlichen Quellen gefunden, wie viel NOx für die Rohölgewinnung und Transport emittiert wird. Insofern müssen wir es bei diesen Wert belassen. Vielleicht weiß das jemand und kann es in den Kommentaren schreiben.
Anyway. Der Mercedes kommt ohne Rohölgewinnung und Transport auf 54 NOx mg/km und der Tesla auf 64mg/km. Das sind 16% mehr. Vermutlich ist das ein Kopf an Kopf rennen.
Aber: Sollte es zu einem Kohleausstieg kommen, dann wird mein Tesla in Zukunft Signifikat sauberer. Der Mercedes hat nur noch die Möglichkeit dreckiger zu werden. Insofern, war es auch aus NOx Sicht der Tesla die bessere Wahl.
Hinzu kommt, dass Städte wie Stuttgart, die in der Kessellage / Tallage sind die Abgase nicht wegbekommen. Ein Kohlekraftwerk mit sehr hohe Kamine verteilt die Abgase sehr gut. Ein Auspuff kann das leider nicht.

Kinderarbeit in Kongo für Kobalt / Grundwasserverbrauch beim Lithium-Abbau

Die umweltfeindliche Herstellung von Akkus wird permanent in den Medien durch den Dreck gezogen. Studien, die sich damit befassen wiederlegen das Ganze aber: https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html

Für den Lithium-Abbau hört man immer, dass zwischen 0,4 – 2 Millionen Liter Wasser verdunstet werden muss um eine Tonne Lithium zu gewinnen. Erstmal muss man sagen, dass das “Wasser” eigentlich Sole ist. In der Atacama Wüste gibts nur Salz und das Grundwasser ist somit ohne aufwendige Entsalzung sowieso unbrauchbar.
Ein Tesla braucht etwas weniger als 10kg Lithium mit anderen Worten ca 10.000 Liter Sole/Wasser. Klingt nach sehr viel? Für 1kg Rindfleisch braucht man durchschnittlich 16.726 Liter Trinkwasser! Ich müsste also auf 600 Gramm Rindfleisch verzichten, damit eine Teslabatterie hergestellt werden kann!

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Gehen die Lichter aus, wenn alle Elektroautos fahren?

Oft hört man, dass unser Stromnetz überlastet wird, wenn jeder mit einem Elektroauto fährt.

Ich versuche hier mit ein paar Beispiele diese Frage zu beantworten und auf Probleme und Risiken hinzuweisen. Ich werde das Thema kritisch untersuchen und versuchen die rosarote Brille abzunehmen. Ihr könnt gerne Kommentare da lassen mit Fragen und Anmerkungen – egal ob Positiv oder Negativ. Ich versuche darauf einzugehen und diesen Blogeintrag zu erweitern.
Mein Blogeintrag gilt natürlich nur für Deutschland und ich weiß nicht, ob man das für andere Länder in Europa übertragen kann. In Türkei hat man oft Probleme mit Stromausfälle (Blackouts) – mit Millionen Elektrofahrzeuge wird das mit Sicherheit nicht besser…

Deutschland hat im Jahr 2017 55TWh exportiert. Da die Kraftwerke nicht immer auf 100% laufen, wissen wir nicht, wie viel Reserven wir noch hätten. Die Netzbetreiber sind nur verpflichtet Ökostrom abzunehmen. Ein Grundlastkraftwerk läuft meist auf 100%, da man sie entweder schlecht regeln kann oder weil sie sehr günstigen Strom erzeugen können. Kernkraftwerke werden aus betriebswirtschaftlichen Gründen überwiegend auf 100% gefahren. Spitzenlastkraftwerke werden nur in seltenen Fällen zu 100% betrieben, da sie ja kurzzeitig auftretende hohe Leistungsnachfrage im Netz abfangen müssen und sehr schnell regelbar sind. Zu diesen Kraftwerken gehören z.b. Pumpenspeicherwerke oder Gasturbinenkraftwerke. Mittellastkraftwerke sind vereinfacht gesagt das Mittelding. Wie man jetzt erkennen kann, läuft unser Netz nicht immer auf 100% sondern immer im Teillastbereich obwohl wir sehr viel Strom exportieren.

Wieviele Elektrofahrzeuge könnten wir denn mit Strom versorgen, wenn wir die 55TWh nicht exportieren würden?
Laut Kraftfahrtbundesamt war 2017 die durchschnittliche Fahrleistung pro PKW jährlich bei 13.922km Link
Bei einem Verbrauch von 18kWh / 100km würde ein Fahrzeug pro Jahr 2506kWh verbrauchen. Somit kann man 22 Millionen Fahrzeuge mit unserem Exportüberschuss versorgen. In Deutschland sind 46,5 Millionen Fahrzeuge angemeldet Link – Mit anderen Worten: schon jetzt könnte man theoretisch fast 50% der Verbrenner Pkws austauschen und wir hätten keinen Blackout.
Ok, es ist nur Theorie. Da wir in einem Stromnetzverbund sind, darf man nicht so egoistisch sein und sagen: wir exportieren nicht mehr. Unsere Nachbarn stabilisieren ihre Netze durch unseren Export. Schweiz z.B. ist sehr angewiesen Strom zu importieren. Würden wir das nicht mehr tun, dann würden die Lichter in der Schweiz ausgehen. Auch wir müssen regelmäßig Strom importieren, wenn wir ein Engpass haben. Würden wir aber so viele Fahrzeuge umstellen, dann hätten wir auch Stromeinsparungen. Man müsste nicht mehr so viel Benzin / Diesel herstellen, pumpen, transportieren und veredeln…. Was man nicht vergessen darf: wenn wir 55TWh exportiern können, dann könnten wir auch mindestens 55TWh importieren. So könnte man auch den mittags produzierten Strom an Österreich verkaufen. Dort wird er in Pumpenspeicherkraftwerke gespeichert und abends kaufen wir den (teuerer) zurück. Frankreich hat genung AKWs und möchten gerne Strom verkaufen…

Was aber, wenn wir den Kohleausstieg und den AKW-Ausstieg zu schnell machen und die Elektroautos schneller verbreiten als angenommen? Der hohe Export zeigt aber auf jeden Fall, dass die Netzbetreiber zukunftsorientiert denken und umsetzen. Dazu soll eine sehr große / lange Hochspannungsleitung die Strom durch Windenergie in den Süden transportieren kann gebaut werden. Link

Wir halten fest: Die Kraftwerke sind vermutlich kein Problem.

Oft hört man: “Wenn alle gleichzeitig um 17:30 Uhr laden, dann kommt es zum Blackout!”
Die erzeugte Leistung muss immer der abgenommenen Leistung entsprechen. Insofern kann man bei der Betrachtung das abschalten großer Kraftwerke mit anschließen großer Verbraucher gleichsetzen.
2015 hatten wir eine Sonnenfinsternis und man hat oft in den Medien von Blackout durch die Sonnenfinsternis gehört. Innerhalb von Minuten waren auf einmal 15 Gigawatt durch PV Anlagen weg und müssen sofort kompensiert werden, ansonsten droht ein Blackout. Es kam zu keinem Blackout. Geht man von einer einphasigen Ladung von 3kW aus, dann hat man damit 5 Millionen Elektrofahrzeuge simuliert, die innerhalb von ein paar Minuten mehr oder weniger gleichzeitig ihre Ladung gestartet haben.
Jetzt könnte man sagen: Ja, die Netzbetreiber haben sich lange auf das Ereignis vorbereitet und sämtliche Reserven von überall hergenommen…
Womit sich die Netzbetreiber auf keinen Fall groß vorbereitet haben, war die Schnellabschaltung vom Kernkraftwerk Gundremmingen am 25.März.2015. Durch mehrere aufeinanderfolgende Probleme hat der Reaktor eine Schnellabschaltung durchgeführt. Innerhalb von Sekunden haben so 2500 Megawatt gefehlt. Das wären 833.333 Fahrzeuge, die in größerer Umgebung von Gundremmingen gleichzeitig Laden würden. Trotzdem darf man jetzt nicht darauf schließen, dass man jederzeit ein beliebiges AKW eine Schnellabschaltung durchführen kann ohne ein Blackout zu riskieren. Gundremmingen liegt zwischen Stuttgart und München und sichert Baden-Württemberg und Bayern mit Strom. Beide Bundesländer gehören von BIP pro Kopf zu den besten in Deutschland. Da wurde mit Sicherheit mit mehrfacher Redundanz gearbeitet. Hätte so ein Ausfall auch in einem schwachen Bundesland stand gehalten?

Jetzt gibt es natürlich noch andere Komponenten, die mit viele Elektrofahrzeuge zu recht kommen müssen. Das Bild unten zeigt alle Komponenten, die da vorkommen können. Ein Stadtnetz oder Ortsnetz mit Transformatoren oder Leitungen können Probleme machen und das werden sie vermutlich auch. Aber: es ist einfacher einen Leistungsfähigeren Trafo hinzustellen, wie mal kurz irgendwo ein Kraftwerk aufzubauen. Als Wärmepumpen erfolgreich wurden, hat man auch von Blackouts gesprochen: “Wenn es mal -20°C wird und alle Wärmepumpen gleichzeitig angehen, dann gehen die Lichter aus”. Nein, es ist nichts dergleichen passiert. Wärmepumpen sind normalerweise mit einem “Rundsteuerempfänger” angeschlossen. So kann das Energieversorgungsunternehmen, wenn zu viel Strom gebraucht wird und nicht produziert werden kann aus der Ferne einzelne oder viele Wärmepumpen abschalten. Das stabilisiert das Netz. Genauso wird es auch in Zukunft mit Ladesäulen oder Wallboxen zuhause gemacht. Ich verwende jetzt schon für meine Wallbox zuhause einen eigenen Zähler mit Rundsteuerempfänger. Mein Vorteil: ich bekomme günstigeren Strom – Stand Juli 2018: 17ct/kWh – Nachteil: Der Netzbetreiber kann jederzeit den Strom für kurze Zeit abschalten. Im Tesla kommt dann eine Fehlermeldung: “Bitte Lader überprüfen” und normalerweise wird nach einer halben Stunde der Strom wieder eingeschaltet und mein Tesla lädt dann automatisch weiter… In Zukunft wird es dann auch so sein, dass Fahrzeuge, die nicht gebraucht werden einen Teil ihrer Batteriekapazität zur Verfügung stellen können. Somit wird das Stromnetz noch besser stabilisiert. Vor allem in Ländliche Gebiete sieht man auf Satellitenfotos sehr viele Photovoltaikanlagen. Bei mir habe ich 38 Häuser gezählt von 100. Aber die Satellitenfotos sind veraltet, da ich von mindestens 3 Häuser weiß, die jetzt eine PV Anlage haben. Wenn man einspeisen kann, dann kann man die Leistung auch (Nachts) entnehmen. Was viele vergessen ist die Tatsache, dass das Netz früher genauso stabil war wie heute. Aber durch technischen Fortschritt, sind die Verbräuche gesunken. Anstatt eine 100W Glühbirne, haben wir heute ein 6W LED Lampen. Gefriertruhen / Kühlschränke verbrauchen heute nur noch ein Bruchteil. Viele haben den Stromhungrigen PC gegen ein Tablet / Smartphone eingetauscht. Auch die PCs verbrauchen heute weniger. Extrem große Verbraucher wie Nachtspeicheröfen, Boiler, Klimaanlagen oder ähnliches wurden ausgetauscht gegen andere oder sparsamere Technologien. Induktionskochfelder verbrauchen ein Bruchteil der alten Technologien. Moderne Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnik verbrauchen zum Teil ein Viertel, als ihre Vorgänger. Aber es gibt auch Schattenseiten: ein Röhrenfernseher hat früher ca 80W verbrauchgt – ein Flachbildfernseher dagegen deutlich mehr…
Was viele nicht wissen: Quecksilberdampflampen oder Natriumdampf-Hochdrucklampen die in der Straßenbeleuchtung früher gang und gäbe waren wurden per EU-Gesetz verboten und ich hoffe, dass es diese in naher Zukunft nicht mehr existieren. Moderne LED Straßenbeleuchtung verbrauchen etwa 80% weniger. Laut einer Studie könnte man so Deutschlandweit 2,2TWh einsparen. Damit könnte man schon 830.000 Eloktrofahrzeuge versorgen. Mit anderen Worten: die Stromleitungen haben heute mehr Reserven.

Größere Kopfzerbrechnen machen mir eher die Stadtnetze. Diese werden zwar mehrfach redundant mit großen Umspannstationen / Trafos eingespeist, aber im Stadtnetz wohnen pro m² auch viel mehr Personen. Zusätzlich ist es auch wichtig eine gewisse Anzahl an Schnellladestationen anzubieten. In Leonberg stehen 20 Tesla Supercharger mit einem Anschlusswert von 1,5MW – damit kann man durchaus 3 Dörfer betreiben. Hier pauschal zu sagen: Kein Problem ist sicherlich Falsch. Hier sind die Netzbetreiber gefragt die Trafos zu überwachen und bei Bedarf zu erweitern. Auch die Verkabelung sollte man bei jeder Möglichkeit (Bauarbeiten, Reparaturarbeiten…) die sich bietet zu erweitern.

Ein Problem kann auch Zuhause lauern. Was wenn die eigene Verkabelung / Sicherung nicht ausreicht? Wenn der Hausanschluss nicht ausreicht, dann kann man den oft für ein paar Euro erhöhen lassen. Die Zuleitungen zum Haus / Wohnung sind meist überdimensioniert, aber es werden kleinere Sicherungen eingebaut, damit der Netzbetreiber sich die Maximallast eines Stranges errechnen kann. Als ich in Ulm gewohnt habe, haben wir 66€ bezahlt für das austauschen der 25A gegen 63A Sicherungen. Ob das überall so problemlos geht, weiß ich nicht. Sollte es nicht gehen, dann kann man sich einer Lastabwurfschaltung behelfen. So wird der Strom am Hausanschluss überwacht und sobald ein eingestellter Wert überschritten wird, werden nicht wichtige Verbraucher abgeschaltet und erst wieder eingeschaltet, wenn die Last sich senkt. Ähnliches musste ich bei mir in der Garage machen. Ich habe einen 10kW Kompressor, 9kW Elektroeizung und eben 16,5kW Wallbox. Die Zuleitung zur Garage ist leider zu klein. Jetzt Schalte ich mit einem Schalter zwischen den 3 Geräten. Das war für mich die günstigste Lösung. Ich hätte auch auf eine Lastabwurfschaltung setzen können. Jetzt könnte man aber sagen: wir haben aber 3 Fahrzeuge. Wie soll ich denn alle 3 gleichzeitig laden, ohne dass die Lichter ausgehen? Gute Wallboxen, die nicht teuer sein müssen, haben ein eingebautes Lastmanagement. Die Tesla Wallbox kann z.B. im Verbund mit bis zu 4 Wallboxen einen maximalen Strom beziehen.

Mein Auto parkt in einer großen Tiefgarage und da ist nur eine 3×1,5mm² Leitung für die Beleuchtung. Herzlichen Glückwunsch, aber erfahrungsgemäß ist das Problem schwerer zu lösen, als ein AKW zu genehmigen. Man muss erstmal in der Eígentümerversammlung sich durchzusetzen für viel Geld eine fette Leitung in der Garage einzubauen mit Erdarbeiten, Genehmigung und alles was dazu gehört. Davon wirst erstmal nur du profitieren, aber alle sollen mitbezahlen. Das wird erstmal abgelehnt und wenn du Pech hast, dann verbieten sie dir das Parken in der Tiefgarage, da Elektroautos so oft in Tiefgaragen abbrennen (Ironie). Wenn du Glück hast, erlauben sie dir auf eigene Kosten eine Leitung, die für dich ausreicht verlegen zu lassen. Günstig ist das aber oft nicht. Es wird eine Zeit brauchen, bis in jede Tiefgarage eine Wallbox installiert ist. Wer heute als Hotelanbieter kein WLAN anbietet, wird Probleme haben sein Hotel auszulasten. Genauso wird es früher oder später mit Vermieter gehen, die keine Lademöglichkeit in der Tiefgarage anbieten. Aber solange man ohne Probleme die Wohnungen vermieten kann, wird sich da nicht viel tun…

Fazit:
Es wird vermutlich keine Große Probleme geben und wir werden (leider) nicht von Heute auf Morgen Millionen von Fahrzeuge auf Elektro umstellen, so dass wir Zeit haben auf drohende Lokale Engpässe zu reagieren…

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Erfahrungen mit Tesla Model S75D nach 8 Wochen / 7000km

Da einige von euch wissen wollten, wie der Alltag und Langstreckentauglichkeit von meinem Tesla sind, kommt hier ein Bericht nach 8 Wochen und knapp 7000km.
Positiv:
Die Performance ist der Hammer. Ein Druck auf das „Gaspedal“ ist wie ein Katapult.
Keine Motorvibrationen mehr, kein schalten / ruckeln mehr von Gänge, kein lauter Motor. Das ist wie ICE fahren.
Ich muss nicht mehr zum Tanken. Meine letzten Fahrzeuge haben mit einer Tankfüllung um die 500km bei meiner Fahrweise geschafft. Dafür hätte ich bei den 7000km ca 14 mal zur Tankstelle müssen, was jeweils ca 5 min dauert mit bezahlen, Umweg fahren usw… also 70 min gespart. Beim Tesla muss ich alle 350km in meiner eigenen Garage einen Stecker einstecken. Das kostet mich 5-10 Sekunden.
Ich muss nicht mehr zum Service. Es gibt keinen vorgeschriebenen Service und es gibt nicht wirklich was, was man machen müsste, außer vielleicht einmal im Jahr Scheibenwischer wechseln. Kein Öl, keine Zündkerzen, kein Luftfilter… nichts. Geht man zum Tesla Service, dann werden die Räder von vorne nach hinten getauscht, Luftdruck in den Reifen geprüft, Batterie im Schlüssel ausgetauscht, Scheibenwischer ausgetauscht und Sturz / Spur eingestellt, wenn nötig. Ich werde das nicht machen. Die Scheibenwischer traue ich mir selbst zu tauschen. 
Bremsen halten um die 300.000km, da nicht gebremst wird, sondern rekuperiert wird. Geht man vom Gaspedal weg, dann wird der Motor als Generator verwendet und kann mit 80kW / 108PS verschleißfrei bremsen. Das ist schon ziemlich viel – für eine Vollbremsung reicht es aber nicht. Bremsstaub hab ich auf meine Felgen nicht gesehen.
Ich darf in manche Städte kostenlos Parken und darf die Busspur / Taxispur verwenden.
Ich kann auch in viele Städte kostenlos laden (Ulm, Friedrichshafen und Riedlingen habe ich schon probiert). An Supercharger von Tesla kann ich lebenslang kostenlos Laden. Daheim bezahle ich 17ct/kWh (vergünstigter Strom für abschaltbare Lasten: Elektroautos / Wärmepumpen / Nachtspeicheröfen), bei einem Durchschnittsverbrauch von 21kWh / 100km. Macht im schlechtesten Fall 3,57€ / 100 km. Im besten Fall 0€ / 100km. Kraftfahrzeugsteuer zahlt man gar nicht.
Die Standheizung und Standklimaanlage sind der Hammer. Das möchte ich nie mehr missen und sie funktionieren auch in Garagen emmisionsfrei. Im Winter steige ich in einem 23°C warmen Fahrzeug ein. Im Sommer steige ich in ein vorklimatisiertes Fahrzeug ein.
Vorne habe ich auch nochmal einen Kofferraum – das ist ein Platzwunder.

Was mir negativ aufgefallen ist:
da ich nicht mehr zur Tankstelle muss, sieht meine Frontscheibe aus, wie auf einem Schlachtfeld. Ich werde wohl in meiner Garage einen Eimer Wasser hinstellen müssen, damit ich daheim die Windschutzscheibe sauber machen kann…
Der Tesla ist ziemlich breit. Ich wollte eigentlich noch Distanzscheiben draufmachen, aber dann passe ich in fast keiner Waschanlage mehr rein. Holz in Ulm wäre dann die einzige, wo ich noch reinkommen würde…
Offensichtlich ist wohl Tesla genauso wie Apple eine Religion. Viele Teslafahrer denken, dass Tesla das beste Auto der Welt ist. Nein, ist es nicht. Ich hätte viele Verbesserungsvorschläge. Aber das hatte ich bei allen anderen Autos vorher auch. Viele, die noch nie einen Tesla aus der Nähe gesehen haben, kommen mit den abenteuerlichsten Vorurteilen aus der Presse. Nein, die meisten Punkte stimmen nicht. Die meisten Journalisten, müssen das schreiben, was sie schreiben, weil deren Werbekunden oder deren Leser das erwarten. Andere Journalisten recherchieren mit Google oder beziehen sich auf bezahlte Studien von der Automobillobby. Glaubt wirklich jemand, wir Tesla Fahrer sind so blöd und bezahlen durchschnittlich 100.000€ für ein schlechtes Fahrzeug, das nicht Praxistauglich ist?

Mythen über Elektroautos:
– Man muss Stunden lang warten, bis es vollgeladen ist. Nein, ich habe bis jetzt keine einzige Sekunde warten müssen um weiterzufahren. Entweder lade ich Zuhause oder am Zielort.
– Man bleibt regelmäßig damit mitten in der Pampa stehen. Nein, das Tesla Navi und die Prognostizierte Restreichweite arbeiten genial. Wer da irgendwo stecken bleibt, der hat es darauf ankommen lassen. Ich finde sogar das Navi etwas pessimistisch, da es oft versucht mit 20% Restreichweite dich zum Laden zu überreden. Aber vielleicht bleibe ich irgendwann mal irgendwo liegen 

Langstreckentauglichkeit:
Ich bin mehrfach 400km an einem Tag gefahren und musste nicht warten, damit das Fahrzeug aufgeladen wird.
Jetzt bin ich sogar nach Italien gefahren. Wir hätten noch einen Verbrenner, haben uns aber trotzdem Entschieden den Tesla zu nehmen. Jetzt denkt man: da muss man alles genau planen. Nein, vollgeladen losfahren und einfach das Hotel im Navi eingeben. Dann wird die optimale Route rausgesucht und wo man laden muss. Je nach Fahrweise ändert sich das noch. Wir mussten dann am Brenner aufladen. Nach Pinkeln gehen und frische Windeln für den kleinen, hat die Tesla-APP schon gesagt, dass wir weiterfahren können. In Trento mussten wir nochmal kurz laden. Aber auch da war das Fahrzeug viel schneller als wir: wir wollten nach 6 Stunden Fahrt eine Kleinigkeit essen. Mitten drin kam wieder: Fertig für die Weiterfahrt… Am Hotel mit 12% Akku angekommen konnten wir sogar direkt Laden. Hätten wir es nicht können, dann hätte es dort 11 Ladesäulen gegeben. Auf dem Rückweg war das laden genauso unproblematisch. Da an dem Tag irgendein Italienischer Feiertag war, standen wir 2 Stunden im Stau. Im Stau haben wir ca 3km Reichweite verloren. Die Klimaanlage / Lüftung lief die ganze Zeit. Bevor man da mit Leerer Batterie irgendwo stecken bleibt wegen Stau, verhungert man eher.

Mein Fazit:
Ein Tesla ist nicht nur Alltagstauglich und Langstreckentauglich, sondern auch noch komfortabler / angenehmer als ein Verbrenner. Ich werde mir mit Sicherheit keinen Verbrenner mehr kaufen. Es gab bis jetzt keine einzige Sekunde, wo ich einem Verbrenner nachgetrauert habe. Ich hab aber bis jetzt erst 7000km auf dem Tacho.
Aber: Würde ich nicht Zuhause oder in der Firma laden können, dann würde ich sofort wieder auf einen Verbrenner umschwenken. Dann macht für mich ein Elektroauto keinen Sinn mehr.

Für wen ist ein Tesla vermutlich nicht das richtige Auto?
Wer mehr als 200km am Stück mit 200km/h fahren will. Nach 200km ist der Akku leer. Nach Stuttgart oder München bin ich so schnell gefahren, was die Straße / Verkehr hergab und hab den Akku nicht leer bekommen. Ich vermute mal, dass man theoretisch den Akku von Ulm nach Würzburg leer bekommt mit voller Geschwindigkeit, da es dort hin nicht so viele Baustellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Ich habe noch keine Gelegenheit gefunden nach Würzburg zu fahren. Also ist es nur eine Theorie.
Wer aktuell nach Osteuropa (Griechenland, Bulgarien, Türkei, Rumänien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland usw…) fahren will, muss auf die 50kW Chademo Lader zurückgreifen. Mit anderen Worten: mit einer Stunde laden kommt man 250 km weit… Wenn man das nur einmal im Jahr macht, könnte man es verkraften. Diese Länder sollen aber dieses Jahr noch mit Supercharger ausgestattet werden.

Ich glaube, wenn ich einmal pro Woche von Ulm nach Hamburg fahren müsste, dann würde ich mir überlegen doch lieber einen Verbrenner zu fahren. Aber nach Hamburg würde ich vielleicht doch lieber den ICE nehmen…

Jeder der heutzutage einen Diesel fährt, wird es vermutlich tun, um Spritkosten zu sparen und guten Durchzug zu haben. Dabei nimmt man die starken Vibrationen im Kauf und den Traktorsound. Das alles kann ein Elektroauto besser. Mit anderen Worten: Wenn die Anschaffungskosten günstiger sind, dann macht ein Diesel keinen Sinn mehr.

Wer heute einen Benziner fährt, macht das aus unterschiedlichen Gründen:
Dem sind die laufenden Kosten egal, weil das Auto unter 20.000km bewegt wird. Da ist ein E-Auto in naher Zukunft keine Alternative. Dafür sind sie in der Anschaffung zu teuer.
Ein anderer Grund ist: Angst vor Einfahrverbote in Großstädte. Da ist ein E-Auto auf jeden Fall eine alternative. Vor allem, wenn dann auch Benziner für Einfahrverbote im Gespräch sind, die noch keinen Otto-Partikelfilter haben. Also quasi alle  Sprechen wir nochmal in 5 Jahre darüber…
Der dritte Grund: Ich will geilen Auspuffsound haben – naja, könnte man mit Soundgeneratoren hinbekommen. Aber ich würde da lieber einen Originalen Motorsound hören, als irgend ein Soundgenerator…
Der vierte Grund: Ich will die beste Performance. Auf ¼ Meile ist ja jetzt schon ein Tesla P100DL das schnellste Serienauto der Welt. Auf der Nordschleife hält auch ein Elektroauto ein NIO EP9 den Weltrekord. Und der Tesla Roadster wird den Bugatti Veyron vermutlich was Endgeschwindigkeit, ¼ Meile und 0-100 in allen Disziplinen schlagen und das für ein Bruchteil vom Preis.

Werden sich Elektroautos durchsetzen?
Ja. Auf jeden Fall. Tesla hat den Markt für Fahrzeuge um 100.000€ in viele Länder für sich gewonnen.
In USA, wo das Model 3 verkauft wird, hat es jetzt schon den Audi A4, Mercedes C Klasse, 3er BMW und Lexus IS in Verkaufszahlen überholt. Könnte Elon Musk mehr herstellen, würde Tesla mehr verkaufen als alle 4 Hersteller gleichzeitig.

Gehen die Lichter aus, wenn so viele Elektroautos gefahren werden?
Wie ich oben geschrieben habe, bekomme ich den Strom von NetzeBW so günstig, weil es unter Abschaltbare Lasten läuft. Mit anderen Worten: Haben wir Stromknappheit, dann dürfen die Netze den Strom jederzeit für die Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Nachtspeicheröfen abschalten. Das machen sie auch hin und wieder. Dann sehe ich in der Tesla App, dass der Ladevorgang abgebrochen wurde. Elektroautos sind also ziemlich gut um die Netze zu Stabilisieren und nicht wie die Presse behauptet eine Gefahr für die Netze…

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